11. Oktober 2014

Dank und Gedanken an Flüchtlinge

Besondere Feier Altenholzer Schüler

 

Altenholz. Ein Erntedankfest der besonderen Art feierten Schüler und Lehrer der  Gemeinschaftsschule gestern zusammen mit anderen Gemeindemitgliedern im Eivind-Berggrav-Zentrum: Die Dankesfeier der fünften, sechsten und siebten Klassen stand ganz im Zeichen des Schicksals von Flüchtlingskindern – und dem  Bewusstsein der Schüler, dass ihr eigenes Leben ziemlich komfortabel ist.

Von Lutz Timm

 

Die Klasse 5a hat bei der Beschäftigung mit Flüchtlingsschicksalen festgestellt, dass es ihr ziemlich gut geht. Daher sagen die Schüler danke für ihre Freunde, ihre Familien und den Sportverein.   

 Fotos Timm

 

„Wir haben das Thema Flüchtlinge für die Dankesfeier ausgewählt, weil es zurzeit so viele Krisenherde in der Welt gibt“, erklärte Tanja Albers, Fachleiterin Religion an der Gemeinschaftsschule Altenholz. „Wir wollten den Kindern deutlich machen, dass es nicht allen Kindern so gut geht wie den meisten hier.“ So sei ein Bewusstsein für das Problem bei den Schülern entstanden. „Es wurde ganz toll angenommen. Die Kinder hatten den Wunsch aktiv zu helfen“, sagte Albers. Herausgekommen bei dem fächerübergreifenden Projekt sind verschiedene Aufführungen, die die Schüler im Rahmen der Feier vorstellten.

 

In einem fiktiven Flüchtlingscamp erzählen Caren und Lea den Reportern Henry und Beate (von rechts) ihre Lebensgeschichte.

Die 6c zeigte in einem Schauspiel unter welchen Umständen Flüchtlingskinder in Deutschland ankommen. Pia spielte den 15-jährigen Akimana, der in Hamburg gestrandet ist und zwei Beamten seine Flucht erklären muss. Er flüchtete ohne seine Eltern vor Gewalt und Krieg aus seiner Heimat Ruanda und wurde von Soldaten verfolgt. Auf der Kanzel des Eivind-Berggrav-Zentrums sitzt die Ausländerbehörde. Die Schüler versorgen die Besucher mit Hintergrundinformationen zu Asylrecht und juristischen Feinheiten der Ausländerpolitik. Auch Caren und Lea aus der 6b haben als Bewohner eines fiktiven Flüchtlingscamps Schreckliches zu berichten. Sie erzählen den Reportern Henry und Beate, wie sie in das Camp gekommen sind und welche Probleme den Alltag der Flüchtlinge bestimmen.

 

„Wir haben auch zunehmend Flüchtlingskinder und Asylbewerber an der Schule. Da ist es wichtig für  Verständnis zu sorgen, was deren Lebensumstände angeht“, sagte Albers. „Das ist bei den Kindern sehr stark angekommen.“ Die Schüler hätten neben dem Leid der Flüchtlinge vor allem auch gemerkt, wie gut es ihnen selbst ginge. Die Klasse 5a hatte sich daher auf die Fahnen geschrieben Danke zu sagen. Mit gebastelten Plakaten bedankten sich die Schüler für Freunde, die Möglichkeit zur Schule zu gehen und ein Dach über dem Kopf zu haben.

 

Die Kollekte geht an die Friedensgruppe der Kirche. „Damit andere Kinder einen Deutschkurs machen  können, Fahrrad fahren oder neue Kleidung bekommen können. Das sind für uns Selbstverständlichkeiten, aber nicht für alle Kinder“, sagte Pastor Große. Die Besucher spendeten insgesamt knapp 350 Euro für die Flüchtlingsarbeit.

Eigene Bilder