ECKERNFÖRDER ZEITUNG

Erste Regionalschule stellt sich vor

14. Februar 2008 | 04:10 Uhr  

Altenholz bekommt ab August eine Regionalschule, eine der ersten des Landes. Am Dienstag informierten sich Eltern über das neue Konzept.

                      

 

Projektarbeit: Sebastian Rusch aus der integrativen Abschlussklasse der Claus-Rixen-Schule präsentiert die Wasserfälle von Iguazu aus dem Brasilienprojekt.Nagar

Bereiten den Weg zur ersten Regionalschule: Uta Fischer (r.), Thomas Haß und Anica Gehrmann.

 

 


Altenholz - So gut besucht wie am Dienstag war ein Elternabend in Altenholz selten. Fast 200 Mütter und Väter wollten wissen, was ab nächstem Schuljahr auf ihren Nachwuchs zukommt. Anica Gehrmann, kommissarische Leiterin der Realschule, und Uta Fischer, Leiterin der Claus-Rixen-Schule, stellten das Konzept für die künftige Regionalschule vor. Auch der frisch gewählte Schulleiter Thomas Haß ließ es sich nicht nehmen, die Räume der Schule anzuschauen.

 

 Altenholz war der Vorreiter, als es darum ging, auf das neue Schulsystem umzusteigen. Als erste Schule in Schleswig-Holstein erhielten die ehemalige Realschule und die Hauptschule den Zuschlag, sich zu einer Regionalschule zu verbinden. Am 1. August geht es los. Gehrmann lud alle Eltern ein, ihr Kind anzumelden: "Sie haben die freie Schulwahl. Hier wird niemand abgelehnt." Auch gute Realschüler seien in Altenholz richtig. "Bei uns sind sie besser aufgehoben als auf dem Gymnasium", sagte sie. Vor allem, weil das Lerntempo langsamer sei, der Weg bis zum möglichen Abitur also nach wie vor neun Jahre dauere. "Ihre Kinder haben dann die Zeit, Fußball zu spielen und Freunde zu treffen."


Hauptkonzept der Regionalschule wird die Berufsorientierung sein. Auch Thomas Haß setzt darauf, die Schüler auf dem Weg zum Arbeitsmarkt so gut wie möglich zu unterstützen. Er war nach seinem ersten Rundgang vor allem aber auch von den gut ausgestatteten Fachräumen für Chemie und Physik begeistert, in denen die Schüler Experimente für die jüngeren Gäste vorbereitet hatten.


Zunächst gilt das neue Schulsystem nur für die neuen fünften Klassen. Die Kinder, die im kommenden Schuljahr auf die weiterführende Schule wechseln, werden in der Orientierungsstufe gemeinsam unterrichtet. Eine Trennung von Real- und Hauptschülern findet dann erst in zwei Jahren statt, wenn sie in die siebte Klasse kommen. Dann werden die Jugendlichen nach Real- und Hauptschulniveau getrennt auf ihren Abschluss vorbereitet. "In Wahlpflichtkursen könnte aber zusammen gelernt werden", sagte Gehrmann. Die älteren Schüler, die jetzt schon die Grundschule hinter sich haben, gehen wie bisher ihrer schulischen Laufbahn nach.


Die Regionalschule wird in der bisherigen Realschule eingerichtet. Es werden dann immer weniger Klassen in der Claus-Rixen-Schule sein, so dass die Hauptschullehrer nach Bedarf an die Regionalschule wechseln. Wie viele und wann steht noch nicht fest, denn bisher weiß niemand, wie sich die Schülerzahlen entwickeln. "Wir sind eine gute Schule, wir werden Schüler gewinnen", ist sich Anica Gehrmann sicher. Drei Klassen machen in diesem Schuljahr ihren Abschluss, für drei neue Fünfte wäre also auf jeden Fall Platz. "Außerdem können wir noch mehr Klassen in den Fachräumen unterbringen", erklärte Gehrmann. "Immerhin gab es Zeiten an unserer Schule, da hatten wir 700 Schüler." Derzeit besuchen 306 Kinder die Realschule.


Heike Krömker-Krämer, Sonderschulpädagogin an der Claus-Rixen-Schule kann sich gut vorstellen, schon bald an die Regionalschule zu wechseln. Sie gibt bald ihre integrative neunte Klasse ab. Sie ist sich sicher, dass von der gemeinsamen Orientierungsstufe alle Schüler profitieren.


Die Anmeldefrist für die Schule beginnt am 3. März. Bis zum 19. März können Kinder montags bis freitags zwischen 7.30 und 11.15 Uhr angemeldet werden.