ECKERNFÖRDER ZEITUNG

"Wir müssen Schule neu denken"

8. April 2008 | 04:20 Uhr

Die Realschule Altenholz hat einen neuen Rektor: Thomas Haß wird die Einrichtung auf ihre neue Form als Regionalschule vorbereiten.

Wünschte dem neuen Rektor der Realschule einen guten Start: Bürgermeister Horst Striebich hieß Thomas Haß (r.) in Altenholz willkommen. (Meise)

 

 
 

 

Altenholz - Der Rektor der ersten im Land genehmigten Regionalschule wurde gestern mit einer Feierstunde von Bürgermeister Horst Striebich und seinen Kollegen an seiner neuen Wirkungsstätte begrüßt. Unter Leitung von Thomas Haß wird die Realschule bis zum 1. August auf ihre neue Form vorbereitet.


Er sei schon ein paar Mal an der Schule gewesen seit seiner Wahl am 7. Februar, ließ Haß wissen, der zunächst von der Schule am Selenter See für die neue Aufgabe abgeordnet worden ist. Er habe an verschiedenen Sitzungen teilnehmen können und hatte dabei stets das Gefühl, freundlich aufgenommen zu werden. "Die Freundlichkeit strahlt aus, und das wollen wir auch in Zukunft so halten", sagte Haß. "Ich hoffe, dass uns das gelingen wird." Gemeinsam mit den Kollegen wolle er Dinge kritisch hinterfragen und versuchen, den neuen, eigenen Weg zu finden. Viele Strukturen seien erhaltenswert, doch stünden fünf Punkte für ihn bereits fest, die es anzupacken gilt.

 

So sei Altenholz die erste Gemeinde, die eine Regionalschule aufbaut. "Dementsprechend wird man auf uns gucken", sagte Haß und zitierte den deutschen Pädagogen Hartmut von Hentig: "Wir müssen Schule neu denken." Dabei ist ihm daran gelegen, dass gemeinsam etwas Neues aufgebaut, nicht dass eine Schule von der anderen übernommen wird. Um nach außen zu zeigen, dass die Einrichtung sich verändert, hält er es für sinnvoll, dass die Schule einen eigenen Namen bekommt. "Darauf werden wir zurückkommen", kündigte Haß an.


Weiter möchte er die Kinder dort abholen, wo sie stehen. Dazu gehört für ihn, sich die Grundschulen in der Gemeinde anzuschauen, Kontakte dorthin zu knüpfen und die Arbeit zu verflechten. Gleiches gelte für die weiterführenden Schulen. "Es gibt einiges zu besprechen in Sachen der Zusammenarbeit und Positionierung", sagte Haß in Richtung Gymnasium. Es gebe eine Menge von Schnittpunkten, die verzahnt werden könnten.


Kurzfristig stehe die Gestaltung der gemeinsamen Orientierungsstufe oben an. "Wie bekommen wir das hin, mit Förder- und Hauptschülern und Realschul-Empfohlenen in einer Klasse?", fragte Haß und gab auch gleich die Antwort. Mit Methodik und Didaktik müsse sich die Schule darauf einstellen, um jedem Kind gerecht zu werden.


Auch die Personalsituation hat Haß im Blick. Er wolle sich dafür stark machen, dass die Stelle der Konrektorin ausgeschrieben und mit der kommissarischen Schulleiterin Anica Gehrmann besetzt wird, der er für den freundlichen Empfang und die Unterstützung dankte. "Ich bin neugierig auf sie alle", wandte sich Haß an die Kollegen und die anwesenden Schüler, die unter Leitung von Ulrike Gehl für das musikalische Beiprogramm sorgten. "Ich hoffe, dass wir vertrauensvoll in die Zukunft gehen und zeigen können: Die Realschule Altenholz ist ein Erfolgsmodell."


Auch Bürgermeister Horst Striebich dankte Gehrmann, die gemeinsam mit Uwe Löptin, dem Rektor der Realschule Büdelsdorf, die kommissarische Schulleitung übernommen hatte, nachdem der damalige Rektor Dieter Domdey und die Konrektorin Carola Fandel in den Ruhestand gegangen waren und das Haus "plötzlich führungslos" geworden war. Haß wünschte er viel Erfolg für die künftige Arbeit. "Die Verpflichtung, den wachsenden pädagogischen Anforderungen der heutigen Zeit stets gerecht zu werden, stellt ganz gewiss eine gewaltige Herausforderung an eine Schulleitung, aber auch an alle Lehrkräfte dar", so der Bürgermeister. Darüber hinaus sei es heute schon fast selbstverständlich, dass die Schule auch erzieherische Funktionen übernimmt, die eigentlich dem Elternhaus obliegen sollten. Durch die bisherigen gemeinsamen Gespräche sei er jedoch sicher, dass Hass mit seinem Einfühlungsvermögen in die Probleme junger Menschen und dem erforderlichen Verständnis der Schulalltag erfolgreich gestalten werde.


Schulrat Hans Kaack rief die zurückliegenden Stationen von Haß in Erinnerung. Hohwacht, Schleswig, Preetz, Selent - sein Weg sei gekennzeichnet von den Akzenten, die er gesetzt habe. In Altenholz sei es ein bisschen quirliger als in Selent. Er werde viele Entscheidungen treffen müssen. "Und ich hoffe, dass Sie immer daran denken, dass die pädagogischen die wichtigeren sind."


Anica Gehrmann hieß Haß als vierten Rektor des Hauses willkommen. Jeder seiner Vorgänger habe sehr persönlich gefärbte Ideen gehabt. "Wir sind gespannt auf ihre", sagte Gehrmann stellvertretend für ihre Kollegen. Sie überreichte eine Efeuranke, die die Hoffnung ausdrücken solle, dass sich die Regionalschule unter Haß’ Leitung zu einer runden Sache entwickelt werde. Verziert war sie mit 21 Glückskäfern - für jeden Lehrer aus dem Kollegium einen.