ECKERNFÖRDER ZEITUNG

Vom Ringen um Räume

15. Mai 2008 | 04:00 Uhr  

Das Gymnasium Altenholz verzeichnet steigende Schülerzahlen, ebenso die Realschule, die als Regionalschule noch mehr Jugendliche aufnehmen muss.

 

Der Hauptschulzweig der Claus-Rixen-Schule wird nach Einschätzung von Thomas Haß, Leiter der künftigen Regionalschule, höchstens noch ein Jahr in Klausdorf bleiben können. (Meise)

 

 

 

Altenholz - "Wir werden uns über die Zukunft Gedanken machen müssen. Das ist heute deutlich geworden", stellte Dr. Heide König, Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses, in der Sitzung am Montagnachmittag fest. Denn die Regionalschule, die zum Schuljahr 2008/2009 aus der Realschule hervorgeht, verzeichnet nicht nur steigende Schülerzahlen. Sie wird auch die Jugendlichen des Hauptschulzweigs der Claus-Rixen-Schule aufnehmen müssen, machte der neue Leiter der Realschule, Thomas Haß, deutlich.

Das neue Gesetz schreibe eine klare Trennung zwischen Grund- und Hauptschule vor. Haß: "Wir werden die Hauptschule aus Klausdorf zu uns herüberholen müssen." Ein Jahr könne sie dort als Außenstelle der Regionalschule fortgeführt werden. Alles, was darüber hinaus gehe, sei pädagogisch nicht tragbar, so Haß weiter. So wären zum Schuljahr 2009/2010 auf einen Schlag vier Klassenräume zusätzlich erforderlich. Derzeit komme die Schule mit dem vorhandenen Raumangebot über die Runden. Allerdings werde ein Textilarbeitsraum in einen Klassenraum umgewandelt und ein Gruppenraum in den neuen Textilarbeitsraum, teilte Haß mit.

Für den Ausschuss kamen Haß’ weiterreichende Ausführungen überraschend. "Bezüglich der Regionalschule gibt es noch viele Unwägbarkeiten", stellte AWG-Fraktionschef Hans-Werner Suhr fest. "Wir wissen nicht, wie sich alles entwickelt." Das neue Schulgesetz sei vom Ministerium angeordnet worden und müsse nun von den Schulträgern ausgebadet werden, bei denen wie auch bei Eltern und Lehrern Unsicherheiten bestünden. Um Entscheidungen treffen zu können, fehle es noch an Sicherheiten, fügte Wolfgang Weiß, Vorsitzender der SPD-Fraktion, hinzu. Im Hauptausschuss in der nächsten Woche müsse darüber gesprochen werden. Die Hauptschule erscheine als Auslaufmodell, sagte Jürgen Schlüter. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Schüler ihren Abschluss machen könnten, forderte der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Auch am Gymnasium steigen die Zahlen der Schüler, berichtete Rektor Peter Wenners. Ab dem Sommer werden 1030 Jugendliche die Schule besuchen. Sechs fünfte Klassen sind einzurichten, so dass insgesamt 36 Räume benötigt werden - drei mehr als derzeit zur Verfügung stehen. "Wenn es auch in Zukunft bei der Fünfzügigkeit der fünften Klassen bleibt, brauche ich in zwei Jahren 41 Räume", kündigte Wenners an. Die von der Verwaltung in Betracht gezogene Anmietung von Containerklassen wird wohl aber nicht erforderlich sein, da sich die Grundschule Stift aus dem Pavillon zurückzieht. Wie Leiterin Sigrid Kaßen mitteilte, werden im kommenden Schuljahr drei und ab dem darauf folgenden Schuljahr vier Klassenräume der Grundschule im Pavillon für eine andere Nutzung zur Verfügung stehen.

Weiter wurde beschlossen, 16 000 Euro für den Umbau des Schulleiterbüros an der Realschule bereitzustellen. Das bisherige Arbeitszimmer ist gleichzeitig Lehrerbibliothek und Durchgangszimmer. Mit Hilfe von Leichtbauwänden sollen nun zwei separate Räume entstehen.