Aufnahmegrenzen für Gymnasium und Regionalschule?

21. Januar 2009 | 04:30 Uhr | Von Susanne Meise

Insgesamt 8,4 Millionen Euro hat die Gemeinde Altenholz für das zweite Konjunkturprogramm des Bundes angemeldet. 2,7 Millionen davon entfallen auf die geplante Erweiterung an den Schulen in Stift, die 2010 realisiert sein soll.

 

 

Zwei Pavillons der Grundschule sollen für den Neubau weichen. Foto: Meise

170 Millionen Euro stehen an Bundesmitteln für die Schulbauförderung in Schleswig-Holstein zur Verfügung. Die Gemeinde Altenholz hat sich um Gelder für die dringend erforderliche Erweiterung in Stift beworben. Die Chancen auf eine 85-prozentige Förderung stehen gut: Je baureifer ein Vorhaben ist, desto wahrscheinlicher ist die Aufnahme in das Förderprogramm, teilt das Ministerium mit. Und Altenholz hat bereits im vergangenen Jahr mit der Planung angefangen.

 "Wir haben uns rechtzeitig Gedanken gemacht, wie sich die Schulen entwickeln werden", sagt Bürgermeister Horst Striebich. Die Betrachtung reiche bis ins Jahr 2016 und sei so dicht an der Wirklichkeit wie möglich. Danach werden die Schülerzahlen weiter steigen und die bereits jetzt bestehende Raumnot an Gymnasium und Regionalschule verstärken. Aktuell fehlen 13 Räume. "Wir haben über Jahre mit einer stabilen Vierzügigkeit gerechnet, aber die Planungen wurden überholt", sagt Detlev Höger, stellvertretender Leiter des Gymnasiums. So gab es im vergangenen Schuljahr bereits fünf Züge, jetzt sind es sogar sechs. Den Zustrom erklärt sich Höger durch den guten Ruf, den das Gymnasium Altenholz genießt. Höger: "Wir sind gut ausgestattet, das zieht."


Ähnlich ist die Situation an der Regionalschule. Leiter Thomas Haß bekommt wöchentlich neue Anfragen von Eltern aus dem Kieler Norden, die ihre Kinder am liebsten sofort an seine Einrichtung übergeben würden. Denn im Norden der Landeshauptstadt wird es wohl keine Regionalschule geben, sondern eine Gemeinschaftsschule. Vor diesem Hintergrund wird sich der Schulausschuss in seiner Sitzung am 28. Januar mit der Frage beschäftigen, ob die Aufnahmekapazität der Stifter Schulen begrenzt werden soll. "Wir brauchen dazu dringend eine politische Entscheidung", sagt Bürgermeister Striebich. "Es stellt sich die Frage, ob man für Kiel mitbaut oder nicht."


Haß’ Wunsch, die noch in Klausdorf befindliche Hauptschule schnellstmöglich in die Regionalschule zu integrieren, wird sich erst mit Fertigstellung des Neubaus der Grundschule realisieren lassen. Den hat Architekt Rüdiger Mumm in Absprache mit den Schulleitern und der Verwaltung an der Stelle zweier Pavillons vorgesehen, die ohnehin auf lange Sicht in Gänze entfernt werden sollen. 1600 Quadratmeter auf zwei Geschossen wird der Neubau bieten. Und er wird so angelegt, dass er bei Bedarf noch erweitert werden kann. Zum Beispiel durch fünf Klassenräume und eine Mensa, die für den zweiten Bauabschnitt eingeplant sind.


Die Tiefbauarbeiten für die neue Grundschule Stift sollen zu den Sommerferien beginnen. Mit der Fertigstellung rechnet Mumm zum Ende der Sommerferien 2010. In dieser Zeit wird nicht nur der Unterricht von Bautätigkeit begleitet sein, vielmehr werden sich die drei Schulen noch mehr in der Nutzung der vorhandenden Räume arrangieren müssen. Beispielsweise werde die Grundschule auf den Musik- und Werkraum der Regionalschule zurückgreifen müssen, teilt Leiterin Sigrid Kaßen mit. Aber ein Jahr lang zurückzustecken sei für jeden hinnehmbar, wenn sich alle anschließend über ein schönes neues Gebäude freuen könnten, so Kaßen.


Wann mit einer Nachricht zu rechnen ist, ob es Geld für das Vorhaben in Stift sowie für die Sanierung von Fassade und Dach der Edgar-Meschkat-Halle, des Dachs und der Sanitärräume der Sporthalle Klausdorf sowie des Forums im Gymnasium geben wird, ist unbekannt. "Ich hoffe, dass darüber genauso zügig entschieden wird wie über die Abwrackprämie", sagt der Verwaltungschef.