Stifter Schulen sollen sich dem Wettbewerb stellen

30. Januar 2009 | Von sum

Gute Nachrichten für Eltern aus Altenholz und Umgebung: Die Aufnahmekapazität der Schulen in Stift wird nicht begrenzt. Außerdem soll ein Sozialarbeiter für ein konfliktfreies Miteinander an den Schulen in der Gemeinde sorgen.

Das Interesse an Gymnasium und Regionalschule wächst. Immer mehr Anfragen aus dem Norden Kiels erreichen die Schulleiter. Mit dem geplanten Neubau einer Grundschule, die ihre bisherigen Räume nach dessen Fertigstellung den weiterführenden Schulen überlassen wird, trägt die Gemeinde dem Rechnung, stellte im Schulausschuss jedoch zur Diskussion, ob es gewollt sei, für Kiel mitzubauen. "Wir sind Stadtrandkern zweiter Ordnung und gehören zur Aktiv-Region, da können wir uns nicht nach außen abschotten", sagte Jens Ruge (FDP). Dr. Volker Clauß (CDU) pflichtete ihm bei: "Wenn wir das bessere Schulsystem haben, sehe ich keine Möglichkeit, eine Begrenzung der Schülerzahlen einzuführen. Die Schulen sollen sich dem freien Wettbewerb stellen." Denn nichts könne das Image der Gemeinde mehr stärken, als der Zulauf zu den Schulen. Vielleicht zögen dadurch auch neue Familien nach Altenholz.

Die Fraktionsvertreter einigten sich darauf, von einer Begrenzung der Zügigkeit der Schulen Abstand zu nehmen und es den Einrichtungen zu überlassen, wie sie die räumlichen Kapazitäten ausnutzen.

Die steigenden Schülerzahlen schlagen sich jedoch nicht nur in der Raumplanung nieder, sondern auch im sozialen Miteinander. "Wie die Vergangenheit und Gegenwart es zeigen, gibt es eine zunehmende Problematik im sozialen Umfeld und im Sozialverhalten einiger Schüler, die sich stark negativ auf die Klassengemeinschaften auswirken", berichtete Britta Rehbehn, Schulelternbeiratsvorsitzende der Regionalschule. Viel kostbare Unterrichtszeit gehe für die Aussprache, Schlichtung und Konfliktlösung verloren. In einigen Klassen habe sich das Miteinander in ein Gegeneinander verwandelt. Rehbehn: "Die Klassengemeinschaft ist abhanden gekommen, und ein Lernen und die Mitarbeit im Unterricht sind stark beeinträchtigt worden. Mobbing und andere ausgrenzende Handlungen sind in allen Klassenstufen zu finden." Abhilfe kann nach Rehbehns Ansicht nur ein Sozialarbeiter schaffen, der Ansprechpartner und Hilfsperson für Eltern, Schüler und Lehrer gleichermaßen sein soll. "Ich befürworte diesen Vorschlag", sagte Ruge und regte an, eine Stelle für Sozialarbeit zu schaffen, von der alle Schulen in der Gemeinde profitieren. Auch eine Kooperation mit Gettorf hielt Ruge für denkbar. "Das Problem ist erkannt, wir wollen aktiv werden", kündigte die Ausschussvorsitzende Dr. Heide König (CDU) an. Auf der nächsten Sitzung soll Genaueres festgelegt werden.