Grundschule mit Garten für Stift

11. März 2009 | 04:20 Uhr | Von Susanne Meise

Er wird modernen Unterrichsanforderungen gerecht und löst die Raumnot am Gymnasium Altenholz: der geplante Neubau der Grundschule Stift.

Den steigenden Schülerzahlen an Gymnasium und Regionalschule sowie der sich verändernden Unterrichtskultur trägt die Gemeinde mit einem Neubau Rechnung. Rund vier Millionen Euro wären für den Komplex zu investieren, der neues Zuhause für die Grundschule werden soll, die durch den Umzug Platz für die weiterführenden Schulen macht.

 Um den zusätzlichen Raumbedarf - das Gymnasium benötigt in den nächsten Jahren acht weitere Klassen, die Regionalschule zehn - decken zu können, habe es sich angeboten, die Grundschule zur Verfügung zu stellen und für sie kurzfristig neue Räume zu schaffen, erläutert Architekt Rüdiger Mumm. Sie sollen am Ende der Posener Straße quer ab zur Edgar-Meschkat-Halle auf zwei Ebenen entstehen. Jeweils vier Klassenräume mit zwei Gruppenräumen sollen zum Wald hin angeordnet werden. Im Anschluss an das Gebäude könnten Gärten angelegt und so der Außenraum erlebbar gemacht werden. Zu der dem Schulhof zugewandten Seite wären im Erdgeschoss die Betreute Grundschule, die Verwaltung, das Lehrerzimmer und Sekretariat sowie die Sanitäranlagen zu finden. Darüber befänden sich im zweiten Stock Fachräume für Musik, PC-Nutzung und Werken sowie die Schulbibliothek. Die sind nach den Förderrichtlinien des Landes nicht unbedingt vorgesehen. Das vorgegebene Rahmenprogramm sei jedoch in dieser Hinsicht nicht mehr zeitgemäß, erläutert Mumm. Deshalb sei sein Büro in Absprache mit der Schulleitung bei der Planung davon abgewichen. "Das wird mit den Genehmigungsgremien zu verhandeln sein", sagt Mumm.


Nach oben abgeschlossen wird der Neubau durch ein gegenläufiges Pultdach. Auf der nach Süden geneigten Seite solle eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung installiert werden, die andere Seite könne als Gründach dienen. Zur Fassadengestaltung schlägt Mumm für die Schulhoffront Ziegel vor, für die Rückseite eine farbige Vorhangfassade. Außerdem empfiehlt er eine mechanische Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung.


In Verlängerung des Gymnasiums wäre mit Blick auf die Zukunft der Schulen als offene Ganztagsschulen eine Mensa möglich. Die könne auch als Mehrzweckraum für den Ortsteil Stift genutzt werden, so Mumm.


Für die Regionalschule hat er außerdem die Pavillone entlang der Posener Straße vorgesehen, an deren Stelle neue Räume in einem modularen System entstehen könnten, das je nach Bedarf erweiterbar wäre.


Ob die Gemeinde für die Realisierung Gelder aus dem Konjunkturprogramm II bekommen wird, ist noch nicht bekannt. "17 Millionen sind angegeben für den Kreis inklusive der gemeindlichen Mittel", sagt Bürgermeister Horst Striebich. "Die Anmeldungen gehen jedoch weit darüber hinaus." Striebich betont, dass die Gemeinde eine zügige Entscheidung brauche. Denn der Neubau müsste bis zum Ende der Sommerferien 2010 abgeschlossen sein.


Die Investitionen sind jedoch nicht nur mit Kosten, sondern auch mit Einnahmen verbunden. Die Gemeinde rechnet mit Schulgeld plus Investitionskostenzuschuss in Höhe von bis zu 250 000 Euro im Jahr durch Schüler aus anderen Gemeinden, ab 2012 mit der doppelten Höhe.


Das Jugendzentrum "Stifter Oase", die Volkshochschule und die Bücherei, die ebenfalls von dem Bauvorhaben betroffen sind, sollen nach Auskunft Striebichs so lange wie möglich in ihren jetzigen Räumen bleiben können. An einer langfristigen Lösung wird gearbeitet.