Wir können die Schule hier nicht alleine lassen"

12. März 2009 | Von Susanne Meise

Gewalt und Vandalismus an der Regionalschule sollen im Keim erstickt werden. Deshalb setzt die Gemeinde auf eine Fachkraft für Schulsozialarbeit.

"Gewalt ist überall ein Thema", auch in Altenholz. Deshalb stellt die Gemeinde eine Kraft für Schulsozialarbeit ein. Foto: dpa

Vandalismus, Beschimpfungen und Gewalt - die Regionalschule Altenholz hat Alarm geschlagen und einen Sozialarbeiter angefordert. Bei den Mitgliedern des Schulausschusses stieß der Hilferuf auf Gehör: Sie sprachen sich für die Einrichtung einer ganzen Stelle an der Schule aus. Kosten: 70 000 Euro im Jahr. Parallel dazu soll ein Konzept erarbeitet werden.

Die Probleme mit auffälligen Kindern hätten sich in den vergangenen Monaten verschärft, berichtete Schulleiter Thomas Haß. In der Orientierungsstufe, vereinzelt im Realschulbereich aber besonders in der Hauptschule seien Schüler zum Teil nicht in der Lage, kontinuierlich am Unterricht teilzunehmen, weil sie die anderen störten, sich nicht über einen langen Zeitraum konzentrieren könnten und die allgemein geltenden Regeln des Zusammenlebens ignorierten. Die Lehrkräfte seien gegenüber dieser Art von Verhalten allein wegen fehlender Zeit, aber auch aufgrund einer ganz anderen Ausbildung nicht in der Lage, erfolgreich gegenzusteuern, erklärte Haß.

Uta Fischer, Leiterin der Claus-Rixen-Schule, konnte das gut nachvollziehen. Hatte sie selbst doch bereits vor sechs Jahren einen entsprechenden Antrag an die Gemeinde gestellt, der aus finanziellen Gründen abgelehnt worden war. "Wir haben daraufhin ein eigenes Konzept entwickelt, dass viele Lehrerstunden gekostet hat und nur Dank vieler Referendarstunden möglich war", sagte Fischer. Sie betonte, dass Schulsozialarbeit ein komplexes Feld sei, das in der Schule verankert werden müsse, um wirksam zu sein und das auch Fortbildung brauche.

"Wir können die Schule hier nicht alleine lassen", stellte die Ausschussvorsitzende Dr. Heide König (CDU) fest und sprach sich für die Schaffung einer ganzen Stelle aus. "Gewalt ist überall ein Thema, die vermeintlich heile Welt gibt es nicht", sagte Uwe Johanning (SPD). "Wir sind gut beraten, Lehrern, Eltern und Schülern Hilfestellung zu geben", so Johanning weiter. Für den Kompromissvorschlag der AWG, zunächst mit einer halben Stelle anzufangen und diese bei erfolgreicher Arbeit aufzustocken, fand sich keine Mehrheit. "Wenn wir eine ganze Stelle ausschreiben, lässt das auch auf eine bessere Qualifikation hoffen", gab Dr. Volker Clauß (CDU) zu bedenken.

Die von Architekt Rüdiger Mumm vorgestellten Pläne für den Neubau der Grundschule Stift stießen auf breite Zustimmung bei den Fraktionsvertretern. "Das wird eine Traumschule", schwärmte König. Zu möglichen Zuwendungen aus dem Konjunkturprogramm II konnte die Verwaltung auch nach einem Informationsgespräch beim Kreis noch nichts Genaueres sagen. Kreis und Gemeinden hätten sich jedoch darauf verständigt, dass die Schülerzahlen ein ausschlaggebendes Kriterium sein sollen, teilte Bürgermeister Horst Striebich mit. "Und da haben wir ja eine Menge zu bieten", sagte der Bürgermeister.

Weiteres Thema war ein Antrag des evangelischen Kindergartens in Stift auf Bezuschussung der energetischen Sanierung (wir berichteten). Weil es sich um ein Gebäude in Privatbesitz handele, sei er nicht dafür, dass sich die Gemeinde an den Investitionen beteilige, erklärte Winfried Oppenhoff (FDP). "Dem kann ich gar nicht zustimmen", entgegnete Clauß und verwies auf die vielfältigen gesellschaftlichen Aufgaben, die die Kirche übernehme. Außerdem profitiere auch die Gemeinde von der energetischen Sanierung, sagte König, denn sie sei auch an den Betriebskosten beteiligt, die nach den Arbeiten geringer ausfallen dürften. Die Ausschussmitglieder stimmten schließlich bei einer Enthaltung dafür, sich anteilig - gemäß dem Personal- und Betriebskostenschlüssel - an der Sanierung zu beteiligen - mit 111 400 Euro.

Für die Fortführung des Deutschunterrichts für Schüler, die Deutsch als Fremdsprache erlernen, wurden 3100 Euro zur Verfügung gestellt.