"Sternstunde" im Altenholzer Ratssaal

27. März 2009 | Von Susanne Meise

Als großen Vertrauensbeweis an die Verwaltung hat Bürgervorsteher Dr. Volker Clauß das einstimmige Votum zum Neubau der Grundschule Stift gewertet.

 

So soll der Neubau der Grundschule Stift vom Pausenhof betrachtet aussehen.Grafik: Mumm Architekten & Ingenieure

Dass der Neubau der Grundschule Stift und das Übertragen der bestehenden Räume auf das Gymnasium die dringend erforderliche Entlastung für die weiterführende Schule bringen muss - darin bestand bereits im Bau- sowie im Schulausschuss Einigkeit (wir berichteten). Die zur Gemeindevertretersitzung am Mittwoch erhofften Informationen zu einer Förderung des insgesamt 4 Millionen teuren Vorhabens über das Konjunkturprogramm II blieben jedoch aus.  

"Ich erinnere mich nicht, je vor einer Situation von so großer Dimension gestanden zu haben", sagte Dr. Volker Clauß (CDU). Denn es galt die Zustimmung für das Vorhaben zu geben, das bis Ende der Sommerferien 2010 abgeschlossen sein soll, ohne genau zu wissen, welche finanzielle Belastung damit für die Gemeinde verbunden ist. Ob der Neubau die Richtlinien des Konjunkturprogramms II erfülle, das vorwiegend für energetische Sanierung bestimmt sei, sei noch völlig offen, teilte Bürgermeister Horst Striebich (CDU) mit. Und auch mit Blick auf das Landesschulbauprogramm, das in den nächsten zwei Jahren jeweils 21 Millionen Euro auswirft, konnte er noch nichts Genaues sagen. Die Richtlinien dafür lagen erst seit Mittwochmorgen vor. "Wie alles zusammenzubringen ist, ist offen", sagte Striebich. "Ich bitte darum, großes Vertrauen in die Verwaltung zu haben."

Hans-Werner Suhr (AWG) hatte Bedenken bezüglich der Größe des Neubaus. "Was ist, wenn die Raumkapazitäten zu groß dimensioniert sind und in drei bis fünf Jahren wesentlich weniger Schüler kommen?", fragte er in die Runde. Striebich erklärte, dass sowohl jetzt, als auch in den folgenden Jahren mit 1500 Schülern an Gymnasium und Regionalschule zu rechnen sei. Das sei der guten Arbeit der Schulen zu verdanken. Der Wille der Eltern sei entscheidend, fügte Jens Ruge (FDP) hinzu. "Das wird uns auch in Zukunft die Schulen füllen, wenn nicht sogar überlaufen lassen", so Ruge weiter und erinnerte, dass Altenholz im Verflechtungsraum Kiel und Dänischer Wohld liege. Vor diesem Hintergrund werde die Gemeinde nicht darum herum kommen, ein attraktives Angebot vorzuhalten, war Wolfgang Weiß (SPD) überzeugt. Die nächsten Generationen würden den Bau bezahlen müssen, erklärte Klaus Reese (CDU). Aber er diene auch diesen Generationen, sagte Reese und betonte, dass mit dem Neubau nur das Nötigste geschaffen werde. Reese: "Den Rest von unserer Wunschliste können wir streichen."

Die Fraktionen kamen schließlich überein, dass Bürgermeister Striebich ermächtigt wird, den Neubau der Grundschule Stift für das Konjunkturprogramm II und das Schulbauprogramm anzumelden, ebenso die Sanierung der Edgar-Meschkat-Halle. "Eine Sternstunde", stellte ein überwältigter Dr. Clauß fest. "So ein Vertrauensbeweis bei dieser Riesenunsicherheit - vielen Dank."


Weitere Themen:

·         Die Gemeindevertreter folgten der Empfehlung des Bauausschusses, die energetische Sanierung der evangelischen Kindertagesstätte in Stift mit 111 400 Euro zu bezuschussen.

·         Der Ausschuss für Soziales, Schule, Kultur, Sport und Jugend wird geteilt. Künftig werden sich zwei Gremien zum einen mit Fragen zur Rubrik "Soziales, Kinder und Jugend" befassen, ein weiterer mit "Schule, Sport und Kultur". Die Gemeindevertreter folgten damit mehrheitlich einem Antrag der SPD-Fraktion, die sich davon eine Entflechtung und Verkürzung der "oftmals recht lang andauernden" Sitzungen verspricht. Die Vorsitzende des Ausschusses, Dr. Heide König, hatte sich gegen eine Teilung ausgesprochen und auf die gute Arbeit der vergangenen Jahre verwiesen. Sie hielt eine Vernetzung der einzelnen Bereiche für sehr wichtig.

·         Der Wahl von Rene Marquardt zum neuen Wehrführer in Knoop wurde zugestimmt. Dr. Clauß sprach ihm Dank für die Bereitschaft aus, die Arbeit zu übernehmen, die nicht gering zu schätzen sei. Gleichzeitig dankte er dem Vorgänger Jürgen Lerche, der über 40 Jahre im Amt gewesen sei.

·         Die Plakatierung zum Wahlkampf wird künftig auf von der Gemeinde zentral in den Ortsteilen aufgestellten Plakatwänden beschränkt. Die SPD-Fraktion hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, um der Verschandelung der Landschaft und dem Vandalismus Einhalt zu gebieten.