Gymnasium muss noch mehr sparen

27. November 2009 | 00:10 Uhr | Von Susanne Meise

Weil er von der Vorgabe des Finanz- und Wirtschaftsausschusses, angesichts der allgemeinen Haushaltslage der Gemeinde noch einmal drei Prozent vom Zuschussbedarf zu kürzen, weit entfernt war, hatte der Schulausschuss beschlossen, am Mittwoch eine Sondersitzung einzuberufen, in der zu streichende Positionen benannt werden sollten.

Dr. Heide König (CDU) begrüßte, dass Gespräche stattgefunden hatten, sah aber im Bereich Ausstattung der Schulen noch mehr Einsparpotenzial. Sie verwies auf die Schulausschusssitzung des Kreises und kündigte an: "Es wird knallhart gespart." Drei bis vier Positionen habe sie im Budget des Gymnasiums ausgemacht, darunter Schaukästen für 10 000 Euro, die nach ihrer Meinung im nächsten Jahr verzichtbar wären und regte an, den Etat für die Schule um die Summe dieser Positionen - insgesamt 15 000 Euro- zu kürzen. Das bedeute aber nicht unbedingt die Streichung der Posten, sondern fordere das Gymnasium auf, Prioritäten zu setzen, so König.

"Wir haben unseren Ansatz bereits deutlich reduziert. Jetzt geht es in einen Bereich, wo unsere Schmerzgrenze deutlich erreicht ist", entgegnete der stellvertretende Schulleiter Dr. Detlev Höger. Die Schaukästen seien wie die Schule 38 Jahre alt und würden in einem Drei-Stufen-Plan erneuert. Jetzt stehe der dritte Abschnitt an, führte Höger aus und betonte: "Wir gehen nicht leichtfertig mit den Haushaltsmitteln um."

Antje Hirschfeld (AWG) erklärte, dass man nichts anfassen wolle, was einen Schaden für Kinder und Jugendliche bedeuten würde. Schaukästen zählten allerdings nicht dazu. Karin Pfaff (SPD) schlug vor, nicht auf die Streichung der Summe für die Schaukästen zu beharren, sondern eine bestimmte Summe festzulegen, um die das Budget gekürzt wird. Fraktionskollege Wolfgang Rohr formulierte daraus den Antrag, den Etat des Gymnasiums um 10 000 Euro zu kürzen und fand die Zustimmung der Ausschussmitglieder mit Ausnahme von Dieter Jessen. Der Fraktionschef des Bündnis 90/Die Grünen hatte sich als einziger dafür ausgesprochen, keine weiteren Einsparungen beim Gymnasium vorzunehmen.

Ähnlich verfahren wurde bei der Förderung des TSV Altenholz. Der erhielt bisher 15 400 Euro für den Breitensport, 800 Euro für Psychomotorik und 2500 Euro für Tennis. Die Fraktionen einigten sich darauf, 15 350 Euro, über deren Aufteilung der Verein selbst entscheidet, sowie 800 Euro für Psychomotorik bereitzustellen.

Keine Mehrheit fand sich für die von der Verwaltung zur Diskussion gestellte Erhöhung der Elternbeiträge für die Betreute Grundschule in Klausdorf wie in Stift um zehn Prozent zum 1. August 2010. König gab zu bedenken, dass die Gemeinde nicht als familienfreundlicher Wohnort für sich werben könne und dann so etwas beschließe. Sie erinnerte weiter daran, dass viele Eltern berufstätig seien und es auch viele allein Erziehende gäbe, die das Angebot nutzen. Eine Erhöhung um zehn Prozent, die etwa acht bis zehn Euro im Monat bedeute, hielt auch Dr. Volker Clauß (CDU) für nicht angemessen. SPD-Fraktionschef Wolfgang Weiß plädierte dafür, "die Finger davon zu lassen". Und so wurde es beschlossen.

Weiter gestrichen wurden neue Tafeln für die Klassenräume der Grundschule, die nach Fertigstellung des Neubaus das Gymnasium nutzen wird, und für die Regionalschule sowie ein Vorhang für das Forum im Gymnasium. Auf 2011 verschoben werden die geplanten Arbeiten zum Schallschutz in den Klassenräumen von Gymnasium und Regionalschule.

An Investitionen wurden insgesamt 74 100 Euro eingespart, die sich mit einem Aufwand von 29 500 Euro weniger im Ergebnishaushalt niederschlagen. "Es wurde angezweifelt, ob es Sinn macht, dass wir uns heute hier nochmal treffen", sagte Clauß abschließend. Dem widersprach er und dankte für die Kooperationsbereitschaft.