Sonnen- und Schattenseiten des Polizeiberufes

26. Februar 2010 | 00:10 Uhr | Von tij

 

 

Harun Biner von der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin berichtete den Schülern der Altenholzer Regionalschule von seinem Arbeitsalltag.

Foto: Jäger

Geballte regionale Wirtschaftskraft zeigte sich gestern in der Altenholzer Regionalschule. Zehn junge Führungskräfte der Wirtschaftsjunioren Kiel drückten nochmal die Schulbank, um die Schüler der neunten und zum Teil auch zehnten Klassen über Ausbildungsberufe zu informieren. Mit dabei unter anderem der Vorsitzende der Vereinigung, Immobilienkaufmann Björn Petersen (Spiering Immobilien), Erzieherin Sabine Devich-Henningsen (AWO Kindertagesstätte Altenholz) und der Kraftfahrzeugmechatroniker Carsten Schröder (Audi Zentrum Kiel). Auch die Ausbildungsberufe Pferdewirt, Elektroniker, Groß- und Außenhandelskaufmann sowie Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter waren vertreten. Zudem führten Karsten Sönnichsen und Inga Wollenberg von der Förde Sparkasse ein allgemeines Bewerbungstraining mit interessierten Schülern durch.

 

Tobias Zienecker und Peter Plambeck vom Arbeitskreis Schule und Wirtschaft hatten die Referenten aus den Reihen der Mitglieder der Wirtschaftsjunioren nach den Wünschen der Altenholzer Schule zusammengetrommelt. "Wichtig ist uns dabei, dass aus jedem Bereich - soziale, kaufmännische und technisch-handwerkliche Berufe - immer mindestens ein Referent dabei ist", so Zienecker. Besonders beliebt seien die beiden Berufsfelder Polizeibeamter und Erzieher. Sie sind bei fast allen Schulbesuchen im Rahmen des Berufsbildungsprojekts der Wirtschaftsjunioren, das bereits seit sechs Jahren stattfindet und sich in diesem Jahr erstmals auch an Zehntklässler wendet, erwünscht.


Harun Biner von der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin führte den Altenholzer Schülern, die sich für den Beruf des Polizisten interessieren, gestern jedoch auch die Schattenseiten seiner Arbeit vor: äußerst schwere Aufnahmeprüfungen, sowohl körperlich als auch geistig, der Schichtdienst oder der Besuch von Angehörigen nach dem Versterben eines Familienmitgliedes. Auch die Bedeutung von guten Schulnoten in Deutsch, Englisch und Sport machte er den Schülern klar. "In diesen Fächern müsst ihr mindestens eine drei haben", so der Polizeibeamte. Ein 13-Jähriger lauschte ihm aufmerksam, denn sein "Traumberuf war schon immer Polizist", so der Schüler, der bereits ein einwöchiges Praktikum auf der Polizeidienststelle in Altenholz im vergangenen Sommer absolviert hat. Einziges Problem: Er leidet an Asthma, eine klare Hürde, wenn nicht sogar absolutes Hindernis auf dem Weg zur Polizeiausbildung, wie Harun Biner ihm mitteilen musste.


Auch Pferdewirt Walter Gillbrich war sich nach seinem Vortrag sicher: "Zwei junge Damen haben sich heute dafür entschieden, diesen Beruf doch nicht zu machen." Gerade bei Tierpflegeberufen sei es wichtig, einzusehen, dass Pflege nicht nur im Füttern und Streicheln bestehe.


Darauf legten auch Lehrerin Uta Hartwig und Konrektorin Anica Gehrmann, von der Regionalschule Wert: "Sinn des Projekts ist es auch, mal das ein oder andere Unangenehme aufzuzeigen."