FDP für Ausbau vom Schulstandort Stift

12. März 2010 | 00:05 Uhr | Von sum

Die FDP-Fraktion möchte die Gemeinde "nach vorne bringen", kündigt Jens Ruge an. Die Einstufung als Stadtrandkern erster Ordnung ist sein erklärtes Ziel. Dazu gehört für ihn der Ausbau des Schulangebots in Stift, deren Finanzierung aus seiner Sicht über die Schulkostenbeiträge unproblematisch ist.

"Wir haben leistungsfähige Schulen mit einem vielfältigen Angebot - das wollen wir noch ausbauen", erklärt Ruge. In Stift biete Altenholz das einzige Gymnasium im Dänischen Wohld nördlich des Kanals - Gettorf sieht er wegen seiner besonderen Form als Gymnasium mit Regionalschulteil außer Konkurrenz. Deshalb sieht er die Regionalschule vierzügig, das Gymnasium mindestens fünfzügig, wenn das Abitur in acht (G8) und parallel dazu in neun Jahren (G9) angeboten wird sogar sechszügig. Um das zu ermöglichen, müssten in einem zweiten Bauabschnitt mindestens sechs Räume für die Regionalschule geschaffen werden, in einem weiteren eine Mensa. Obwohl die Kosten allein für die Klassenräume nach Ruges Schätzung bei fünf Millionen Euro liegen werden, hält er die Überlegung für realisierbar.

An Gastschulbeiträgen für Schüler aus dem Umland - Grundschulen 31, Regionalschule 248, Gymnasium 611 - stehen 809 284 Euro zur Verfügung. "Wenn wir fair sind, müssen wir für unsere Schüler die gleichen Beträge ansetzen", sagt Ruge. Mit der Erhöhung des Investitionskostenanteils der Gastschulbeiträge, der in spätestens zwei Jahren von 125 auf 250 Euro pro Schüler steigen werde, stünden rund 2 Millionen Euro für die Schulen zur Verfügung, rechnet Ruge vor. Bei etwa 1,3 Millionen für den laufenden Betrieb bleiben 700 000 Euro für Zins und Tilgung übrig.

Eine Deckelung der Schülerzahlen hält er für das falsche Signal. "Wir sind auf die Kieler angewiesen, die zurzeit allein am Gymnasium ein Drittel der Schüler ausmachen", sagt Ruge, der sogar Containerklassen installieren würde, um alle, die für die Schule angemeldet werden, unterbringen zu können. Er appelliert an die Fraktionen, frühzeitig in die Planung zu gehen, um gewappnet zu sein, falls vom Bund noch einmal ein Förderprogramm aufgelegt wird.

"Das Gymnasium muss vier- oder fünfzügig bleiben, alles andere sind Träume", sagt dagegen Klaus Reese (CDU). Die Gemeinde habe weit über 13 Millionen Euro Schulden angehäuft und ein Defizit im Haushalt, die Rücklage werde 2013 aufgebraucht sein, wenn alles so weiterliefe. Deshalb habe sich die Politik auf ein Konsolidierungskonzept geeinigt - es müsse überall gespart werden, betont Reese. Wenn sich darauf ergebe, dass sich die Gemeinde irgendwann weitere Anbauten leisten könne, sei seine Fraktion als erste dafür, vorher aber nicht.

"Wir können nicht unbegrenzt erweitern, die Schule wächst zu schnell und wird unübersichtlich", meint Dieter Jessen (Bündnis 90/Die Grünen). Das hätte einen Ausbau der Schulsozialarbeit zur Folge, "und das können wir uns nicht leisten", so der Vorsitzende des Finanzausschusses. Deshalb spricht er sich für eine Begrenzung bei der Aufnahme von Schülern aus Kiel aus.