Zusammenrücken für das Gymnasium

19. April 2010 | 06:35 Uhr | Von Susanne Meise

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gymnasium kann zum neuen Schuljahr alle angemeldeten Schüler aufnehmen.

Foto: skr

"Der Knoten ist durchschlagen. Alle Schüler können aufgenommen werden", sagte Bürgermeister Horst Striebich nach einem Gespräch mit allen Schulleitern aus Stift über das Raumproblem des Gymnasiums. Dank einer großen Kooperationsbereitschaft aller Seiten wird es möglich, dass die 154 für das Gymnasium angemeldeten Fünftklässler nach den Sommerferien in sechs Zügen an den Start gehen.

Das Gymnasium erhält die alten Klassen der Grundschule Stift, die rechtzeitig zum Schulbeginn Ende August in den Neubau umziehen wird. Damit stehen ihm acht der zusätzlich zu den vorhandenen 33 Räumen benötigten zehn Räume zur Verfügung. Die Regionalschule, die 16 Klassen belegt und weitere neun benötigte, weicht in den unteren Bereich der neuen Grundschule aus, wo sie fünf Zimmer nutzen kann. Die Grundschule wird sich auf vier Klassenräume und einen Mehrzweckraum im Obergeschoss beschränken. Zudem würden einige Fachräume aufgelöst und als Klassenräume genutzt, erklärte Striebich. "Gruppenräume gibt es so gut wie gar nicht mehr." Außerdem bleiben die Pavillons im Raumprogramm - Arbeitsgemeinschaften und ähnliche Gruppen werden sich dort treffen. Darüber hinaus teilen sich Grund- und Regionalschule den Musikraum. "Es gab auch das Angebot für die Kleinen, den Kunst-, Technik-, Textil- und PC-Raum der Regionalschule mitzunutzen", sagte der Verwaltungschef. Doch müssten die Grundschüler dafür in das Hauptgebäude wechseln, was schwer händelbar sei. Auf den geplanten Bastelraum verzichtet die neue Grundschule.

Um die erarbeitete Lösung umzusetzen, sind Umbauten und Renovierungen erforderlich. So müssten beispielsweise im Neubau die technischen Voraussetzungen geschaffen werden, dass die Pausenklingel im Erdgeschoss anders als im oberen Stockwerk läutet, da Unterrichtsanfang und -ende in Grund- und Regionalschule nicht übereinstimmen. Mit wieviel Euro die erforderlichen Veränderungen zu Buche schlagen werden, stehe noch nicht fest, so Striebich. Die Kosten sollen bei einer Begehung in dieser Woche ermittelt werden.

Zwar könnten mit dem neuen Schuljahr die beiden Hauptschulklassen wie geplant von der Claus-Rixen-Schule in Klausdorf an die Regionalschule in Stift verlegt werden, teilte Striebich weiter mit. Die Förderklasse, die 9+, allerdings muss vorerst noch in der Blockhütte bleiben. Die ausgearbeitete Lösung ist aus der Sicht des Verwaltungschefs zwei Jahre haltbar. Wenn im nächsten Jahr um diese Zeit nicht eine Entscheidung zumindest für die abgespeckte Ausbauvariante, also vier weitere Klassenräume, zwei Gruppenräume und zwei Sanitärräume, falle, komme Altenholz um eine Begrenzung der Schülerzahlen für das Gymnasium nicht länger herum, betonte Striebich. Die Schulaufsicht allerdings sehe Altenholz auch für den Bereich nördlich des Kanals zuständig und nicht nur für den Dänischen Wohld.

Peter Wenners, Rektor des Gymnasiums, sprach von einem zufriedenstellenden Ergebnis des Gesprächs, das an sich keine Neuerung sei. Denn es sei das ursprüngliche Ziel gewesen, dem Gymnasium die Räume der alten Grundschule zuzuweisen. Die jetzt noch fehlenden zwei Klassen würden durch Doppelbelegungen von Räumen ausgeglichen. Wenners: "Alle Schulen müssen sich beschränken." Etwa 1100 Schüler wird das Gymnasium zum neuen Schuljahr zählen. Die Zahl der Lehrer wird auf über 85 steigen - Personalverhandlungen mit dem Ministerium stehen in diesen Tagen an.

"Ich beuge mich der Notwendigkeit", sagte die Leiterin der Grundschule, Uta Fischer, zu der erarbeiteten Lösung. "Wir müssen alle zusammenrücken, so ist die Situation nun einmal. Wir haben das so ganz gut hingekriegt", so Fischer.