Viele Fragen im Schulausschuss

17. November 2010 | 04:10 Uhr | Von Susanne Meise

Um die Raumproblematik an den Schulen in Stift in den Griff zu bekommen, hat sich die CDU-Fraktion für eine Begrenzung der Zügigkeit an Gymnasium und Regionalschule ausgesprochen. Im zweiten Schritt strebt sie die kurzfristige Schaffung von Räumen durch Container und den Bau einer Mensa an.

Die AWG unterstützte den Antrag von Dr. Heide König (CDU), die Züge von derzeit fünf bis sechs am Gymnasium auf vier, an der Regionalschule von drei bis vier auf drei zu begrenzen. Das gelte nur für die Eingangsphase, betonte König und verwies auf freie Kapazitäten an Kieler Schulen. Die SPD sprach sich gegen diese Lösung aus, weil sie darin die Gefahr sieht, dass die Attraktivität des Schulstandorts Altenholz verloren geht. "2016 wird sich die Situation günstiger gestalten, die Schülerzahlen werden sinken", mahnte SPD-Fraktionschef Wolfgang Weiß. Wer einmal in Altenholz abgewiesen worden sei, sei nur schwer wieder zu gewinnen. Die Attraktivität einer Schule definiere sich nicht über den Umfang, hielt die Ausschussvorsitzende Barabara Suhr (AWG) dagegen. Vor dem Hintergrund der katastrophalen finanziellen Situation der Gemeinde gelte es, eine finanzierbare Zügigkeit zu erreichen, betonte sie. Mit einer knappen Mehrheit von einer Stimme wurde der Antrag der CDU angenommen.

Wie darüber hinaus der Bedarf an Räumen - dem Gymnasium fehlen vier Klassenräume, der Regionalschule ein Klassenraum, eine Bibliothek und zwei Gruppenräume - gedeckt werden kann, wurde kontrovers diskutiert. Architekt Rüdiger Mumm stellte eine Lösung vor, die einen Neubau der genannten Räume an der Stelle der Pavillon klassen vorsieht, die abgerissen werden sollen (wir berichteten). Daran könnte entweder zu einem späteren Zeitpunkt eine Mensa angebaut werden, die 230 Schülern Platz bietet. Alternativ wäre denkbar, auf den Anbau zu verzichten, wenn Klassenräume, die durch sinkende Schülerzahlen 2016 nicht mehr benötigt werden, als Speisesaal genutzt werden. Die Kosten schätzte Mumm für den ersten Bauabschnitt grob auf 1,54 Millionen Euro. Für den Umbau der Räume plus Anbau der Mensa in einem zweiten Bauabschnitt würden weitere 900 000 Euro zu investieren sein.

Für die CDU steht die Einrichtung einer Mensa mit Blick auf die Ganztagsbetreuung im Vordergrund. Wenn sie gebaut würde, könnte die Cafeteria zum Kunstraum umfunktioniert werden, machte König deutlich. Die fehlenden Klassenräume könnten durch Container ersetzt werden, die anzumieten wären, wie es am Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal der Fall ist, sagte König. Die Verwaltung solle diese Variante prüfen.

Für die SPD ist eine Container-Lösung nur schwer vorstellbar. Weiß: "Geld in Käseschachteln zu investieren, lehnen wir ab." Winfried Oppenhoff (FDP) regte an, in der Prüfung auch Erfahrungsberichte anderer Schulen mit Containerklassen einzuholen.

Thomas Haß, Leiter der Regionalschule, gab zu bedenken, dass die Raumsituation an den Schulen zurzeit dramatisch ist und Klassenräume wichtiger seien als ein Speisesaal. Haß: "Die Mensa ist die Kür und nicht die Pflicht."

Auf Unmut stieß der im Zuge der Haushaltskonsolidierung vorgeschlagene erneute Aufschub des Einbaus einer Akustikdecke in der Turnhalle der Claus-Rixen-Schule. Kosten: 90 000 Euro. "Dann hole ich den Gesundheitsschutz", kündigte Rektorin Uta Fischer an, die den Aufschub bereits 2009 nur "zähneknirschend" hingenommen hatte. Es sei eine Zumutung für die Kollegen, dort zu unterrichten. Ein Gutachten belege die Lärmbelastung. Das Papier war den Fraktionen jedoch nicht bekannt. Bis zur Gemeindevertretung soll die Verwaltung auch hier für Klarheit sorgen.