Schulzentrum wird noch attraktiver

12. August 2011 | 04:10 Uhr | Von S. Meise

 

 

Schauen sich die beschlos-senen Umbauten wie im PC-Raum an: (v.l.) Thomas Haß, Peter Wenners, Barbara Suhr und Carlo Ehrich.

Foto: Meise

 

 

 

Bauamt setzt Beschlüsse der Politik in den Ferien um / Arbeiten an Fahrradständern und Toiletten der Regionalschule laufen noch

Rund 300 000 Euro hat die Gemeinde in den Ferien in das Schulzentrum Stift investiert. Damit setzte sie die Beschlüsse um, die zuvor in den Gremien gefasst und mit den Schulleitungen abgestimmt worden waren. Die sind mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn die Raumnot damit noch nicht beseitigt ist.

Einen weiteren Neubau gibt die finanzielle Situation der Gemeinde nicht her - deshalb hatte die Politik ein Paket aus verschiedenen Umbauten geschnürt, die Platz schaffen sollen. Dazu zählt der Physikraum im Gymnasium, der als Hörsaal mit ansteigenden Stuhlreihen konzipiert war. Die wurden entfernt und ein neuer Bodenbelag aufgebracht. "Was noch fehlt, sind die Versorgungsleitungen mit Strom und Gas von der Decke sowie das Mobiliar", erklärt Rektor Peter Wenners. Gesamtkosten: 96 000 Euro. Mit Blick auf die naturwissenschaftlichen Profile der Schule und den starken Zulauf zu den Wahlpflichtkursen in dem Bereich - von 150 Schülern haben 120 Naturwissenschaften gewählt - sowie den Mangel an Fachkräften mit diesem Hintergrund sicher eine lohnende Investition, so Wenners. "Das war ein einvernehmlicher Beschluss im Schulausschuss", fügt die Vorsitzende Barbara Suhr (AWG) hinzu.

Weitere 86 000 Euro sind in den Bau von 140 zusätzlichen Fahrradständern geflossen, die in diesen Tagen im hinteren Bereich des Gymnasiums und an der Edgar-Meschkat-Halle aufgestellt werden. Damit solle ein Anreiz geschaffen werden, dass mehr Schüler zur Schule radeln, anstatt sich von einem Elternteil mit dem Auto kutschieren zu lassen, erklärt Wenners. Die Eltern seien schon mehrfach darum gebeten worden - leider ohne den gewünschten Erfolg. Auch der Einbau einer Tür von der Aula der ehemaligen Grundschule in den Innenhof des Gymnasiums steht noch aus. Wenn diese Verbindung der beiden Gebäude geschaffen ist, soll die Tür zum Pausenhof der Regionalschule von außen verschlossen bleiben. Das sei dringend erforderlich, um die Schüler in ihrem Bereich zu halten, erklärt Schulleiter Thomas Haß. Derzeit würden immer wieder Regionalschüler in die Cafeteria des Gymnasiums entschwinden und sich so der Aufsicht entziehen. Mit der neuen Tür wird dem ein Ende gesetzt. Kosten: 8500 Euro.

Mit 33 000 Euro schlägt die Sanierung der Toiletten an der Regionalschule zu Buche. "Sie waren in einem Zustand, den wir nicht beschreiben wollen, und werden komplett entkernt und neu aufgebaut", sagt Bauamtsleiterin Sigrid Köhnke. Mitte September sollen die Anlagen mit elf Toiletten fertig sein. Weitere 5700 Euro wurden für Schallschutz in einer weiteren Klasse ausgegeben, in der ein hörgeschädigtes Kind unterrichtet wird. Die Ausgabe wird durch Kosten in anderen Bereichen kompensiert.

Auch das Anlegen einer neuen Weitsprunganlage - die alte musste dem Neubau der Grundschule weichen - wurde vergeben. Das Ausheben des Untergrunds, das Einbringen einer Tragschicht mit Entwässerung plus die Tartanoberfläche machen Kosten von 50 000 Euro aus. Eine Summe, die Barbara Suhr schockierte. "Die Verhältnismäßigkeit ist hier nicht gegeben", fand die Schulausschussvorsitzende, die die Notwendigkeit der Anlage nicht in Abrede stellte, sich jedoch an den Kosten störte.

Die Zahl der Klassenräume, die über einen Beamer verfügen, konnte von drei auf sechs aufgestockt werden (7700 Euro). Ein Computerraum wurde mit 27 von Justizministerium ausgemusterten Rechnern und neuen Stühlen ausgestattet. Außerdem wurde auch dort ein Beamer eingebaut, der Fußboden und die Verkabelung erneuert (12 300 Euro). Der siebte Jahrgang hat dort einmal in der Woche Unterricht am PC. "Darüber hinaus wird der Raum in allen Fächern genutzt, für die Berufsvorbereitung und für Wahlpflichtkurse wie ,Chatten, surfen, zappen’", erklärt Haß. Er sei froh, dass nach dem Lehrerzimmer vor zwei Jahren und dem Technikraum im vergangenen Jahr nun ein weiterer Raum modernisiert werden konnte. Auch Kollege Wenners ist mit den Neuerungen zufrieden, kann es sich aber nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass das Lehrerzimmer für über 80 Kollegen zu eng ist. Und der Bürgermeister? Carlo Ehrich ist dankbar, dass das Bauamt es in der Zeit und mit dem vorhandenen Personal geschafft hat, die Beschlüsse der Politik umzusetzen. "Der Schulstandort wird so noch attraktiver. Die Gelder sind dort gut angelegt", ist Ehrich überzeugt