Rückkehr zur Schulsozialarbeit

7. September 2011 | 04:10 Uhr | Von Susanne Meise

Gemeinde Altenholz stellt zum neuen Schuljahr Fachkraft ein

Zum neuen Schuljahr wird es in Altenholz wieder Schulsozialarbeit geben. Mit Blick auf die dafür vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel (EZ vom 27. August) wird die Gemeinde eine Fachkraft einstellen und sich entgegen der Empfehlung von SPD und FDP nicht eines externen Trägers bedienen.

Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) hatte vom Kreis erfahren, dass von den rund 800 000 Euro, die bis 2013 jährlich für Schulsozialarbeit zur Verfügung stehen, etwa 30 000 Euro auf Altenholz entfallen werden. Weil das weder für das Angebot der Arbeiterwohlfahrt Gettorf und Umgebung (36 000 Euro), noch für das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg (49 000 Euro) reichen würde, hatte der Verwaltungschef empfohlen, die Stelle unter dem eigenen Dach anzusiedeln - mit 21 Wochenstunden und befristet auf Ende 2013.

Dr. Volker Clauß (CDU) bezog sich auf Zahlen vom Gemeindetag, die einen Zuschuss für Altenholz in Höhe von 39000 Euro prognostizierten. Obwohl damit zumindest eines der vorliegenden Angebote abgedeckt wäre, betonte Clauß, dass für seine Fraktion weniger die Organisation ausschlaggebend sei als die Person, die die Aufgabe übernimmt. Fraktionskollege Jan-Nikolas Sontag pflichtete ihm bei. Die Reibungsverluste durch Dritte im Kita-Bereich seien eine schmerzliche Erfahrung gewesen und sollten Mahnung sein, so Sontag.

Sina Marie Weiß (SPD) hielt dagegen, dass man mit einem externen Träger auf dessen kompetente und konzeptionelle Vorarbeit zurückgreifen könnte. Die sei wichtig für den Antrag beim Kreis. Weiß: "Um Geld zu bekommen, brauchen wir ein fertiges Konzept." Selbst eines zu erstellen, werde zu viel Zeit in Anspruch nehmen, warnte die Sozialdemokratin. Uwe Johanning (SPD) warb dafür, sich eines Anbieters zu bedienen, um im Falle von Krankheit über einen Ersatz verfügen zu können. "Ist der Schulsozialarbeiter bei der Gemeinde angestellt, wer macht dann die Vertretung? Lange Vakanzen können wir uns nicht leisten", gab Johanning zu bedenken. Wolfgang Lerch, Leiter der Helene-Dieckmann-Schule, brachte noch einen weiteren Aspekt ins Spiel: In der Rolle des neutralen Vermittlers, des Anwalts von Schülern und Eltern sei es nicht optimal, wenn der Schulsozialarbeiter beim Schulträger beschäftigt ist. Zudem könne bei Einbindung eines Anbieters auf Kollegen zurückgegriffen werden, wenn mal ein Elternteil oder Schüler mit der Fachkraft nicht zurecht kommt.

Diese Argumente galten bei Sontag nicht. Awo und Diakonie hätten keine große Personalreserve, auf die sie zurückgreifen könnten. Und wenn die Chemie mal nicht stimmt, könnten immer noch die Pastoren oder die Jugendpfleger als Vermittler auftreten. Das für den Förderantrag erforderliche Konzept könne sicher mit Hilfe der Schulleitungen schnell und auf den Bedarf zugeschnitten erstellt werden, fügte Clauß hinzu. Thomas Haß, Leiter der Regionalschule, bestätigte das und regte an, das der neuen Kraft eine Prioritätenliste an die Hand gegeben wird. Denn die Erfahrungen zeigten, das eine Person nicht an allen Schulen gleichzeitig agieren könne.

"Lasst uns mutig sein und uns nicht an eine Institution klammern", warb Hans-Werner Suhr (AWG) für die Empfehlung der Verwaltung, der schließlich mehrheitlich zugestimmt wurde mit einer Veränderung: Die Stelle soll mindestens 21 Wochenstunden umfassen.

Eine klare Absage erteilte Bürgermeister Ehrich dem Ansinnen der CDU, der Hauptausschuss möge bei der Personalentscheidung beteiligt werden. Das sei nur bei Posten möglich, die direkt dem Bürgermeister unterstellt sind und Leitungsfunktion erfüllen. Das trifft auf die Schulsozialarbeit nicht zu.