"Jemand, der sich um die Probleme kümmert"

15. Februar 2012 | 06:30 Uhr | Von Susanne Meise

 

Möchte Vertrauensperson für die Schüler in Stift bei Problemen aller Art werden: Diplom-Pädagoge Jan Kubitz.       

Foto: Meise

 

Jan Kubitz gibt ersten Bericht / Rufe nach Schulsozialarbeit werden am Gymnasium lauter

Altenholz. Zeit für Unsicherheiten ist Jan Kubitz nicht geblieben. Vom ersten Tag an war der Diplom-Pädagoge in der Schulsozialarbeit gefordert, und in seinem ersten Bericht am Montag im Schulausschuss wurde deutlich, wie unverzichtbar er in den wenigen Wochen seit seiner Einstellung geworden ist.

Beratung und Betreuung bildeten einen Schwerpunkt seiner Arbeit, skizzierte Kubitz. Lehrer wie Schüler, aber auch Eltern hätten ihn um Gespräche gebeten.

Die Themen reichten von der Ausgrenzung einzelner Schüler bis hin zu häuslicher Gewalt. Kubitz zeigt Hilfen auf, hat erste Kontakte zu Polizei, Jugendamt und Schulpsychologen geknüpft. Darüber hinaus hat er sich im Jugendtreff und im Sportverein vorgestellt - weitere Schritte auf dem Weg zur Vernetzung mit anderen Einrichtungen im Ort. Er nimmt an den Sitzungen der Schülervertretung und des Jugendbeirats teil, arbeitet mit den Streitschlichtern an der Schule zusammen und bringt sich in die Steuerungsgruppe zur offenen Ganztagsschule ein. Auch die Qualifizierung für den Übergang von der Schule in den Beruf ist eines seiner Themen. Weiter hat er auf seiner Agenda den Ausbau der Präventionsangebote und die transparentere Darstellung der sozialpädagogischen Arbeit für die Eltern.


Auf die Nachfrage von Antje Hirschfeld (AWG), ob die im vergangenen Jahr geschilderte Not an der Regionalschule denn nun gelindert sei, entgegnete Leiter Thomas Haß, dass das Kollegium die Arbeit Kubitz’ innerhalb kürzester Zeit schätzen gelernt habe. "Es ist jemand da, der Zeit hat, sich um die Probleme zu kümmern", sagte Haß weiter. Ein Beispiel verdeutliche das: Ein Junge, der aus einer für ihn unerträglichen Situation Ausflucht nahm, indem er sich größtenteils entblößte und auf den Schulhof hinaus rannte, konnte von Kubitz zurückgeholt und beruhigt werden. Einem Lehrer wäre das nicht möglich gewesen.


"Die Schilderungen zeigen mir ganz deutlich, dass Schulsozialarbeit dauerhaft installiert sein muss", hielt Uwe Johanning (SPD) fest. Auf seine Nachfrage, ob Kubitz auch an den anderen Schulen im Einsatz ist, erhielt er ein klares Nein. Mit dem Bedarf der Regionalschule sei er bereits ausgelastet, entgegnete der Diplom-Pädagoge und betonte, dass es keinen Sinn mache, zwei Tage hier und drei Tage dort zu sein. Kubitz: "Kontinuierliche Präsenz vor Ort ist wichtig." Er könne sich vorstellen, sich auch am Gymnasium einzubringen. "Aber es muss Sinn machen."


Dass dort Bedarf ist, machte Rektor Dr. Peter Wenners deutlich. Es gebe viele Mobbingfälle, und vermehrt blieben Kinder dem Unterricht fern, ohne dass ihre Eltern sich in der Lage sähen, sie zum Schulbesuch zu motivieren, so Wenners. Seine Wunschvorstellung wäre, eine Regelung zu finden ähnlich der der Alexander-von-Humboldt-Schule in Neumünster, wo 20 Stunden der Schulsozialarbeit für die Regionalschule und zehn Stunden für das Gymnasium zur Verfügung stehen.


Kubitz sei für alle Schulen eingestellt, machte die Ausschussvorsitzende Barbara Suhr (AWG) deutlich: "Wenn sich die Regionalschule wieder in harmonischeren Gefilden bewegt, müssen Sie auch an den anderen Schulen ran."