23. Juni 2012 | 04:10 Uhr | Von Doris Smit

 

Großartige Talente erwachen

Dramatisch, aber mit vielen komischen Momenten: "Shooting Star" Christin (Merle, 14) verliert fast ihre Seele im Showgeschäft an Franky-Boy (mit Maske: Ayleen, 14).

Foto: Smit

Erstmals Musical an der Regionalschule Altenholz aufgeführt / Projekt von Chor und Wahlpflichtkursus

Altenholz. Dass das Leben als Popstar nicht immer ein Zuckerschlecken ist, das muss Christin, die Hauptdarstellerin in dem Musical "Shooting Star", erkennen. Am Donnerstag führte der Chor der Regionalschule mit Unterstützung der Schüler der achten Klassenstufe im Wahlpflichtunterricht (WPU) "Darstellendes Spiel" das Stück für Mitschüler und Angehörige auf und ernteten lang anhaltenden Applaus und viel Lob.

In dem Stück geht es um einen Wundermantel, der es ermöglicht, in die Rolle einer Figur nach Wahl aus den Bereichen Sport, Politik, Musik, Naturwissenschaft oder Geschichte zu schlüpfen. Christin nimmt die Herausforderung an. Sie singt gern und möchte Popstar werden. Doch neben den ersten Annehmlichkeiten, wie die Bekanntschaft mit Promis wie Michael Jackson, Elvis oder Ozzy Osbourne, sieht sie bald, wie anstrengend es ist, sich mit fordernden Produzenten, Stylisten, Paparazzi, Bodyguards, Fans und am Ende sogar gruseligen Schönheitschirurgen herumzuschlagen. "Oho, das wird mir viel zu viel, mein Leben hat nur noch Pflichten. Es macht mich nicht mehr froh", singt sie, während alle anderen an ihr zerren. "Wir wollen dein Blut, deine Seele und dein Wesen", kontern Produzent Dieter Kohle, Fernsehmogul Theo Kirch und Co, aber gerade noch rechtzeitig gelingt Christin mit Hilfe des Zaubermantels der Weg zurück zu ihren Freunden und in die Normalität.

Maren Bunk ist seit knapp zwei Jahren Musiklehrerin an der Regionalschule. Sie hat die Musikstücke mit dem Chor und den Instrumentalisten einstudiert. "Wir waren drei Tage auf einer Freizeit auf dem Schloss Noer und haben seitdem eine Stunde pro Woche dran gearbeitet", verriet sie. Antonia (11) und Jette (12) aus der 6 c waren vorher noch etwas nervös. Ebenso Merle und Ayleen (beide 14) aus dem WPU. "Eigentlich war unser Thema Krimi", verriet Anica Gehrmann, Leiterin der Schauspieltruppe. Nur vier Wochen Zeit hatten sie gehabt, zwei Stunden die Woche, um das Musical einzuüben. "Es ist schon etwas mit der heißen Nadel gestrickt", gestand sie, aber alle wollten den Chor und Maren Bunk gern bei dieser Premiere an der Schule unterstützen. Am Klavier wurden die Akteure begleitet von Dorothee Kropp.

Am Ende waren alle sehr zufrieden. "Ich hab wirklich gern mit euch gearbeitet", lobte Gehrmann ihre Crew. "Es hat sehr viel Spaß gemacht mit dem Chor", sagte Bunk. Manchmal habe sie etwas drängen müssen, aber am Ende merkten auch die Kinder, was sie eigentlich vollbracht haben. "Dann strahlen sie von innen heraus, und für solche Momente macht man das doch, da bekommt man soviel zurück", so die Musiklehrerin. "Welch großartige Talente hier schlummern" stellte auch Schulleiter Thomas Haß fest, bedankte sich bei allen und besonders bei den beiden "Entdeckerinnen" Bunk und Gehrmann. "Ihr habt uns allen eine große Freude bereitet", sagte Haß. Er hoffe nun auf weitere Aufführungen dieser Art.

"Das war toll", erklärte Antje Ehlert aus Klausdorf. Ihre Tochter hat im Chor mitgesungen. "Da haben sich alle wirklich ins Zeug gelegt - es war rundherum super", lobte sie. Ihre Freundin Manuela Bohnhoff kam extra aus Diedrichsdorf. "Zum Schluss war es richtig rührend. Eine runde Geschichte, wirklich gut gemacht", fand sie.