27. Oktober 2012 | 04:10 Uhr | Von Susanne Meise

Informationen aus erster Hand

Ein vertrautes Gesicht unter den Informierenden war Patrick Dietrich (Mitte), der nach seinem Abschluss an der Regionalschule eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Förde Sparkasse begonnen hat und seinen ehemaligen Schulkollegen dazu Auskunft gab.                                                                                                            Foto: Meise

Rund 300 Schüler nutzen Altenholzer Ausbildungsforum für Berufsorientierung / 25 Unternehmen am Start / Wichtige Plattform für Betriebe

Altenholz. Rund 300 Jugendliche, die vor der Entscheidung für eine Berufsausbildung stehen, nutzen gestern das dritte Altenholzer Ausbildungsforum, um von den 25 vertretenen Lehrbetrieben aus der Region Informationen aus erster Hand zu bekommen und Kontakte zu knüpfen.

Cassandra und Johanna aus der 9c der Regionalschule hatten schon nach kurzer Zeit den Arm voller Broschüren und Prospekte. Sie fanden das Angebot "richtig gut" und nutzten die "lockere Atmosphäre", um ihre Fragen zu klären. "Sonst hat man nicht die Zeit und Möglichkeit dazu", erklärte Johanna. Selbst für Carmen und Sebastian aus der 9 Plus - kurz für Praxis, Lebenserfahrung und Schule, die im Unterricht regelmäßig Einblick in die verschiedensten Firmen nehmen, gefiel die breite Palette der vorgestellten Berufe. Nur die wenigsten wüssten schon früh, wo sie ihre Perspektive finden werden, teilte Schulleiter Thomas Haß mit. Der Großteil der Schüler schiebe die Entscheidung hinaus und gehe lieber noch weiter zur Schule, obwohl sie durch den derzeitigen Fachkräftemangel blühende Perspektiven hätten. Sich in vertrauten Räumlichkeiten außerhalb des berufsvorbereitenden Unterrichts bei Karin Agster mit dem Thema auseinandersetzen und direkt in Kontakt treten zu können, sei eine großartige Chance, hob Haß hervor und dankte Initiator Rolf Lorenzen und seiner Frau für ihren Einsatz. Hilfreich sei außerdem, dass an einigen Ständen ehemalige Schüler anzutreffen seien, so dass es keine Hemmschwelle gebe, seine Fragen zu stellen, so Haß weiter.

Das war am Stand von Patrick Dietrich deutlich zu merken. Der Altenholzer hatte im Sommer seinen Abschluss an der Regionalschule gemacht und am 1. August eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Förde Sparkasse aufgenommen. Obwohl erst ein Vierteljahr dabei konnte er seinen ehemaligen Schulkollegen viele Auskünfte über sein Tätigkeitsfeld geben, von dem er schon in der siebten Klasse wusste, dass es das richtige für ihn sein würde. "Ich kann selbstständig arbeiten, habe Kontakt mit Kunden und lerne jeden Tag neue Sachen. Das ist schön", erklärte Dietrich, der in der Filiale in Stift eingesetzt ist.

Bereits im zweiten Lehrjahr ist die angehende Industriekauffrau Carina Brockmöller, die Alex Geyer, Ausbildungsleiter bei Caterpillar Motoren Kiel, zum Forum mitgebracht hatte. "Während der Ausbildung lerne ich jeden Bereich des Unternehmens kennen und kann danach Betriebswirtschaftslehre studieren oder meinen Betriebswirt machen", nannte die junge Frau die Vorzüge ihrer Ausbildung. Darüber hinaus hat sie, wie jeder Lehrling bei Caterpillar, der seine Ausbildung so gut wie möglich abschließt, die Aussicht, im Unternehmen zu bleiben. "Wir bilden berufsorientiert aus, nehmen also nur in den Abteilungen Azubis auf, in denen nach drei Jahren auch Stellen frei sind", erklärte Geyer. Das stieß bei den Besuchern des Forums ebenso auf großes Interesse wie die Angebote von Polizei und Bundeswehr.

Rolf Lorenzen war mit der Resonanz auf das dritte Ausbildungsforum sehr zufrieden und kündigte für 2013 die Fortsetzung an. "Die Jugendlichen haben hier die Chance, den Grundstein für ihre Zukunft zu legen, genau so wie die Unternehmen", sagte Lorenzen. Für die werde es immer wichtiger, die richtigen Bewerber zu bekommen, fügte Geyer hinzu. Denn die Schulabgänger würden immer weniger. Und das Niveau der Bewerbungen sei in den vergangenen zehn Jahren sehr gesunken.