01. März 2013                              Von Susanne Meise

 

Anica Gehrmann

 

Altenholz/Noer

Musik und Tanz geben Schülern Kraft

 

 

 

Tangorhythmen treiben die Mädchen und Jungen aus dem Wahlpflichtkursus "Vorhang auf - Bühne frei" auf der Suche nach dem Glück an.                                                                                                          Fotos: Meise

 

Altenholz / Noer. Aus dem ehemaligen Pferdestall sind Instrumente zu hören, im Haupthaus erklingen aus einem Raum Tangorhythmen, aus einem anderen ein ausgelassener Rap - die Regionalschule Altenholz ist seit Mittwoch mit 63 Schülern der Wahlpflichtkurse Musik und Theater sowie der Flöten-AG zu Gast auf Schloss Noer.

"Mit drei Theatergruppen haben wir dieses Mal so viele wie noch nie", sagt Anica Gehrmann, die das Angebot vor vielen Jahren aus einem Chorprojekt heraus aufgebaut und entwickelt hat. So erweitert der Kurs Band/Musik der siebten Klassenstufe wie auch die Flöten-Spieler aus den fünften bis neunten Klassen sein Können an den Instrumenten, während die Theaterkurse für die Aufführung im auslaufende Schuljahr probt. Die Schüler aus den siebten Klassen arbeiten am Stück "Take Five" von Andrea Lederer, für das die Schule die Aufführungsrechte erworben hat. In fünf Szenen spielen je fünf Mädchen Episoden aus dem wahren Leben von und für Mädchen von heute, erklärt Anica Gehrmann. Außerdem wird "Eine Busfahrt nach Paris" aufgefrischt, wobei mit Vorurteilen und Klischees über Frankreich aufgeräumt wird. Die Mädchen und Jungen aus dem achten Jahrgang begeben sich in die Welt des "Zauberers von Oz", der für die Schule umgeschrieben wurde, und der Wahlpflichtkursus "Vorhang auf - Bühne frei" begibt sich auf die Suche nach dem Glück. Während im laufenden Schuljahr nur zwei Stunden pro Woche für diese Arbeit bleiben, sind ihr auf Schloss Noer keine Grenzen gesetzt. "In der Schule sind wir an den Rhythmus gebunden, hier ist der zeitliche Druck weg, vieles läuft als Selbstgänger", berichtet Gehrmann. Lena Müller aus der 9c sieht das ähnlich: "In der Schule kommen wir in zwei Stunden zu nichts. Hier wird man nicht abgelenkt." Die 14-Jährige freut sich, bereits zum dritten Mal dabei sein zu können - sie liebt es, in verschiedenen Rollen zu schlüpfen, einmal jemand anders zu sein und dabei auch selbst ganz anders zu sein als sonst. Und sie findet es schön, gemeinsam in der Gruppe die Rollen zu lernen. "Das ist besser als allein zuhause", sagt Lena. Außerdem wachse das Team dabei enger zusammen. Auch die gleichaltrige Kyra aus der 9a ist gern mal jemand anders und tritt dann auch ohne große Aufregung vors Publikum. "Ein bisschen Lampenfieber gehört dazu, sonst würde man ja gar nicht realisieren, dass man auftritt", sagt sie.


Gut ist die Stimmung auch bei Celina, Michelle, Sarah und Jacqueline aus der siebten Klasse, die in ihrem Zimmer ihren Text üben. "Alle spielen zusammen, und es bleibt noch Freiraum für jeden", meint Celina. "Es ist sehr witzig. Ich kann mit meinen besten Freundinnen in einem Zimmer schlafen", fügt Sarah hinzu.


Anica Gehrmann freut sich über das produktive, kreative Arbeiten der Schüler, wenn ihr auch ein bisschen schwermütig ums Herz ist. Denn sie wird im Sommer 65 Jahre und in Rente gehen. Sie hoffe jedoch, dass ihre Kolleginnen Maren Bunk, Renate Mönig, Ulrike Gehl und Katja Coordes, die schon jetzt dabei sind, das Angebot fortführen. "Hier lernt man die Kinder ganz anders kennen und kann sie kräftigen."