Eine Initiative verkauft jeden Morgen selbst gestrichene Brötchen für die Schüler

 

Bei den Altenholzer Eltern läuft es wie geschmiert

Altenholz - An der Regionalschule Altenholz verkauft eine Elterninitiative den Schülern seit den Herbst- ferien selbst gestrichene und belegte Brötchen. Ihr Engagement wird jetzt auch von der Politik unterstützt.

 

 

 

07.11.2008
17:21 Uhr

 

 





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Morgens gegen 8.30 Uhr: Manuela Sieg, Beate Thamm,  Jutta Troschke und Gudrun Danielsen (von links) haben 100 Brötchen für die Regionalschüler fertig belegt.                                                                                                              Foto Hiersemenzel

 

"Wir leben in einer Zeit, in der immer häufiger beide Elternteile berufstätig sind, und somit die Kinder morgens allein das Haus verlassen, ohne ein Frühstück zu sich genommen zu haben", stellt Kirsten Lorenzen fest, eine der Mütter an der Regionalschule. Da für den Verkauf von Brötchen, Milch und frischem Obst Anschaffungen nötig waren, bat man die Gemeinde möglichst kurzfristig um eine finanzielle Unterstützung.


Das Geld für eine fahrbare Kühlvitrine wurde bislang privat ausgelegt, den Kühlschrank hatte die Firma Elektro-Lorenzen gespendet. Insgesamt betragen die verbleibenden Kosten knapp 1000 Euro. Im Sozialausschuss der Gemeinde waren sich die Vertreter in dieser Woche schnell einig: Die Initiative verdiene eine breite Unterstützung. "Dies ist das beste Beispiel für bürgernahes Engagement", sagte Bürgervorsteher Volker Clauß.

 

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Etwa 40 bis 50 Elternteile (vor allem sind es die Mütter) teilen sich den morgendlichen Job und beginnen um 7.30 Uhr mit ihrem ehrenamtlichen Dienst. Inzwischen werden in der ersten großen Pause rund 100 Brötchen (für ein Euro pro Stück) beziehungsweise Brötchenhälften (für 60 Cent) verkauft, wobei die Eltern bewusst auf Kornknacker, Kürbiskern und Mehrkorn zurückgreifen. Die Brötchen liefert die Bäckerei Mordhorst; Aufschnitt, Salat und Gemüse kommen aus Dänischenhagen. "Die Schüler haben sich jahrelang eine Cafeteria gewünscht, wie es sie drüben am Gymnasium gibt", sagt die Initiatorin Beate Thamm. "Ich dachte, wir fangen jetzt erst einmal mit dem Brötchenverkauf an."

Schulleiter Thomas Haß bezeichnet den Einsatz als sensationell. Nach der Gründung der Regionalschule spüre er in der Elternschaft Aufbruchstimmung und echtes Interesse. "Es ist eine gesellschaftliche Katastrophe, dass sich immer mehr Kinder morgens selbst versorgen müssen. Dieses Defizit lässt auch auf andere Bereiche schließen." Insofern leiste die Elterninitiative eine wertvolle pädagogische Arbeit.