Bürgermeister Horst Striebich informierte über geplanten Neubau am Stifter Schulzentrum

 

Altenholz reagiert auf den Druck

Altenholz - Kurz vor Schulbeginn gestern hat das Altenholzer Rathaus seine Hausaufgaben erledigt:

Bürgermeister Horst Striebich will den Gemeindevertretern schon bald erste Pläne für einen Neubau am Stifter Schulzentrum präsentieren, in dem die Stifter Grundschüler unterrichtet werden sollen und wo auch die Älteren aus dem Gymnasium und der Regionalschule in einer Mensa essen können.

 

 

 

Christian Hiersemenzel | kn | 08.01.2009
17:39 Uhr

 

 





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Toben auf dem Pausenhof: Stifter Grundschüler sollen zum nächsten Jahr ein neues Haus bekommen.
Foto: Hiersemenzel

Toben auf dem Pausenhof: Stifter Grundschüler sollen zum nächsten Jahr ein neues Haus bekommen.
Foto: Hiersemenzel

 

 

1426 Schüler aller Altersstufen lernen zurzeit in Stift fürs Leben. Zum Herbst erwartet die Gemeinde knapp 100 Kinder und Jugendliche zusätzlich - vor allem aus dem Kieler Norden, wo die Landeshauptstadt nach einem aktuellen Ratsbeschluss keine Regional-, sondern nur Gemeinschaftsschulen ausweist (wir berichteten). Die Folge: In Stift wird's eng. Thomas Haß von der Regionalschule hat inzwischen Bedarf für zwei zusätzliche Räume angemeldet, sofern der neue Jahrgang in vier Parallelklassen aufgeteilt wird, sein Kollege Peter Wenners vom Gymnasium hat mindestens vier Räume beantragt.


Um schnell zu reagieren und die Situation zu entschärfen, bat die Gemeinde den ortsansässigen Architekten Rüdiger Mumm um Hilfe. Unter seiner Regie war kürzlich die Realschule saniert worden, aus der die neue Regionalschule hervorgegangen ist. "Wir halten es für wichtig, bis 2013 vorauszudenken", sagte Bürgermeister Striebich. "Wenn schon Baumaßnahmen nötig sind, müssen wir das Gesamte im Auge behalten, damit wir uns nicht im wahrsten Sinne Möglichkeiten verbauen." Perspektivisch strebe er eine offene Ganztagsschule an. Die Grundschule würde in den Neubau umziehen, und deren alte Räume wiederum stünden dann der Regionalschule zur Verfügung. Verwaltung und Schulleitungen schätzen den Flächenbedarf im neuen Haus bei 60 Quadratmetern pro Klassenraum, einer Aula, Computer-, Kunst- Musik- und Verwaltungsräumen auf insgesamt über 2500 Quadratmeter.

In der Vergangenheit hatten viele Eltern um die Stifter Grundschule gebangt. 113 Kinder, so der aktuelle Stand, sind nicht gerade viel. "Eines ist völlig klar", betonte Horst Striebich jetzt: "Der Grundschulstandort Stift bleibt erhalten, das ist erklärter Wille der Gemeindevertretung." Er selbst halte diesen Punkt für zentral, um den Ortsteil weiter für junge Familien attraktiv zu gestalten. "Wer bei uns heute nach Grundstücken fragt, legt ganz andere Maßstäbe als noch vor ein paar Jahren an: Es geht weniger um den Preis als darum, ob es vor Ort Schulen und eine Kinderbetreuung gibt."


Noch ist offen, wie viel ein Neubau kosten wird. Die Gemeinde hofft allerdings darauf, über ein Landesprogramm unterstützt zu werden, das für dieses Jahr 21 Millionen Euro für Schulneubauten in Schleswig-Holstein zur Verfügung stellt. Der Bürgermeister stimmte Schüler und Anwohner für die nächsten Monate jedoch bereits auf Unbequemlichkeiten ein. Da der Neubau voraussichtlich erst zum Sommer kommenden Jahres bezugsfertig sein könne, müssten die Schulen einander Räume ausleihen und das Gymnasium Wanderklassen einrichten. Auch könnten Baufahrzeuge nur über die Posener Straße anfahren, Parkplätze müssten zwischenzeitlich verlagert werden. "Es gibt für diese Maßnahme jedoch keine Alternative, weil der Druck aus Kiel ungebrochen ist und wir die Qualität unserer Schulen erhalten wollen."