Überraschende Post: Städte und Gemeinden sollen bis heute Planungen für ihre Bildungsstätten kundtun

 

„Das ist eine sportliche Aufgabe“

Altkreis Eckernförde - Den rund 1000 Schulen im Land könnte es bald besser gehen. Der Grund: Im Rahmen des neuen Konjunkturprogramms der Bundesregierung mit einem Volumen von 50 Milliarden Euro sollen insbesondere die Bildungsstätten unterstützt werden. Gestern überraschte ein Brief aus dem Kieler Bildungsministerium die Ämter: Bis heute Mittag möge man bitte seine Absichten und Planungen mitteilen. Was ist an den Schulen im Altkreis Eckernförde geplant? Die Kieler Nachrichten fragten nach.

 

 

 

Susann Wilke | kn | 14.01.2009
17:02 Uhr

 

 

Wünschen sich für die Grundschule Fleckeby eine finanzielle Unterstützung durch den Bund (von links): Michael Löwe, Heini Schulz, ... mehr
Foto: KN-online.de

 

 

Wir freuen uns wie die Schneekönige, weil das neue Förderprogramm für uns den Nagel auf den Kopf trifft“, sagte der Altenholzer Bürgermeister Horst Striebich. Seine Gemeinde plant am Schulzentrum Stift einen Neubau, da sich immer mehr Kinder und Jugendliche aus dem Kieler Norden an der Regionalschule und am Gymnasium anmelden. Zum Schuljahresbeginn 2010/11 soll alles fertig sein, geschätzte Kosten: 4,9 Millionen Euro. Außerdem will man für 1,6 Millionen Euro Sporthallen sanieren.


Der Bund stellt allein 170 Millionen Euro für Schleswig-Holstein zur Verfügung. Das Landesministerium für Bildung forderte daraufhin die schleswig-holsteinischen Amtsverwaltungen auf, sämtliche anstehende Investitionen in diesem Bereich zu einer Prioritätenliste zusammen zu tragen und bis heute Mittag zu melden. Denn 80 Prozent der Ausgaben werden vom Bund übernommen, zehn Prozent könnten vom Land hinzukommen. Bis Ende Februar soll das Investitionspaket geschnürt sein.

Damit das Geld nicht leichtfertig ausgegeben wird, sammelt das Landesministerium nun zunächst die anstehenden Projekte. Wie etwa den Antrag des Amtes Schlei-Ostsee für die Grundschule in Fleckeby. Bereits Ende November stand für den Schulverband Fleckeby-Kosel fest: Für rund 600000 Euro müssen Außenwände trocken gelegt, Unterrichtsräume saniert, der Schulhofasphalt sowie der Turnhallenboden erneuert werden. Diese Summe war bislang für die vier beteiligten Gemeinden kurzfristig nicht aufzubringen. „Für uns ist die Förderung durch das Land nun jedoch eine Chance, notwendige Maßnahmen in kürzerer Zeit umzusetzen“, sagte Schulleiter Uwe Leopold. Für die drei weiteren Schulen des Amtes in Barkelsby, Rieseby und Waabs werden zusätzlich Gelder in Höhe von 1,2 Millionen Euro beantragt.

Gleich 16,3 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumen für Maßnahmen in Eckernförde. Bürgermeister Jörg Sibbel, der auf das Schreiben aus Kiel sofort reagieren konnte, weil man in der Verwaltung gut vorbereitet war, nennt die herausragenden Projekte: Die Generalsanierung der Sporthalle Nord (Saxtorfer Weg) wird mit 3,485 Millionen Euro beziffert. Für den Neubau der Sporthalle am Wulfsteert werden 4,85 Millionen Euro veranschlagt. Der Neubau einer Mensa für die neue Gemeinschaftsschule am Pferdemarkt (ehemalige Gudewerdtschule) wird voraussichtlich mit 1,37 Millionen Euro zu Buche schlagen, und für die Barrierefreiheit an allen Eckernförder Schulen sind rund 1,6 Millionen Euro aufzubringen. „Dadurch könnten der Haushalt 2009 und die städtischen Haushalte der kommenden Jahre erheblich entlastet werden“, freut sich Sibbel über das Investitionspaket.

Dirk Osbahr vom Amt Dänischenhagen war gestern vom Zeitdruck überrumpelt. „Mit Sicherheit gibt es Bedarf an den Sporthallen in Strande und Surendorf, auch ist die energetische Sanierung unserer Schulgebäude auf jeden Fall ein Thema“, sagte er. Darüber hinaus stehe noch immer eine Sanierung des Surendorfer Pausenhofs auf der Agenda. Aber ob das alles förderfähig ist? Es gebe viele Wünsche, aber noch manches zu klären.

„Das ist für uns eine sportliche Aufgabe“, kommentierte Amtsdirektor Matthias Meins (Dänischer Wohld, Gettorf) gestern die knappe Zeitvorgabe für die Prioritätenliste. „Wir werden uns intensiv damit beschäftigen“, kündigte er an. Seiner Überzeugung nach lohnt sich die Mühe. Es sei sinnvoll, dass öffentliche Auftraggeber in die Lage versetzt werden, Impulse an die Wirtschaft zu geben. „Das passt in die Zeit“, so Meins.


Auch im Amt Hüttener Berge hat man sich bemüht, die Schulbauvorhaben für sämtliche Einrichtungen eilig zum Bündel zu schnüren. Insgesamt käme dabei leicht eine Million Euro heraus, schätzte Matthias Philipp, verantwortlich für Wirtschaft und Finanzen. Teuerstes Projekt sei die mit 350000 Euro veranschlagte Turnhallensanierung in Holtsee, für die das Amt bereits ein zinsgünstiges Darlehen der KfW-Bank signalisiert bekommen hat.


swi/zel/bki/tze/joh