Altenholz im Zeichen der Trikolore

Altenholz - Die fünf Regionalschüler senkten den Altersdurchschnitt sichtlich, und entsprechend verwundert war am Donnerstagabend bei der Jahresversammlung mancher Blick: Das Städtepartnerschaftskomitee der Gemeinde Altenholz will sich verjüngen und hat deshalb Zehntklässler eingeladen, im Mai bei der nächsten Reise ins südfranzösische Châteaurenard dabei zu sein. „Wir hoffen, dass die jungen Leute Freude haben und anschließend weiter bei uns mitarbeiten“, sagte die Vorsitzende Marion Barth. Für die Schüler kostet die Fahrt gerade mal 50 Euro.

 

 

 

Christian Hiersemenzel | kn | 30.01.2009
17:09 Uhr

 

 





Bilder werden geladen. Bitte warten.

Diese Altenholzer Regionalschüler bringen frischen Wind ins Komitee (von links): Ludmilla Freidenberger, Höpke Voß, Jandra Rönnfeldt, Leif Teßmer und Johannes Kanehls.                                    Foto: zel                                                                  

 

Während die Verbindung mit den französischen Freunden die Krise aus dem Jahr 2007 längst überwunden hat, ist das Verhältnis nach Estland noch immer spröde. Ein Mitglied sprach von Achterbahnfahrten. Geradezu euphorisch sei sie im vergangenen Sommer nach dem zweiten Besuch der Delegation aus Paldiski gewesen, bestätigte Marion Barth, „am liebsten hätten sie den Schüleraustausch sofort begonnen“. Doch sieben Tage später trat dort der Bürgermeister zurück, erst mit der Weihnachtspost meldete sich offiziell Jaan Mölder als neuer Bürgermeister, der den Altenholzern als ehemaliger Bürgervorsteher bereits bekannt ist. Vor zwei Wochen habe man schließlich ein Schreiben erhalten: Paldiski will demnach die Partnerschaft mit Altenholz in ein 28-monatiges EU-Projekt „Aktivierung und Integration von Risikogruppen“ einbinden und bittet um Unterstützung. Es gehe darum, Langzeitarbeitslose zu aktivieren, Werkstätten und handwerkliche Betriebe aufzubauen. Die Rede sei von Praktika und davon, ob Altenholzer den Aufbau ein paar Wochen unterstützen können. „Vielleicht bekommen wir jetzt auf diese Weise doch noch die Kurve“, sagte die Vorsitzende. Bürgermeister Horst Striebich betonte in diesem Zusammenhang, dass die Verbindung mit Paldiski stets als helfende Partnerschaft angelegt worden sei.

 

Unterdessen hat im Altenholzer Komitee ein Personalwechsel stattgefunden. Die bisherige stellvertretende Vorsitzende, Gisela Eschen, stand aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung, und die Mitglieder wählten einstimmig Erich Grauel zu ihrem Nachfolger. Gisela Eschen, 53 Jahre alt, war seit 1995 im Komitee engagiert und seit 2000 im Vorstand. Nicht nur Bürgermeister Striebich würdigte ihre Arbeit als außergewöhnlich effizient. „Man sollte nicht an Posten kleben“, sagte die scheidende stellvertretende Vorsitzende, „das würde die Fortentwicklung der Gemeinschaft behindern. Neue Leute haben neue Ideen.“

 

Eine Verbindung zum slowenischen Medvode wäre ein solches Projekt. Die Claus-Rixen-Rektorin Uta Fischer hatte im vergangenen Jahr über ein Comenius-Projekt und damit einen pädagogischen, europaweiten Austausch die Stadt besucht. Nicht nur, dass Medvode außergewöhnlich schön sei. Bisher habe es auch noch keine andere Partnerschaft, der Versuch einer Kontaktaufnahme nach Frankreich sei gescheitert. Insofern gebe es großes Interesse an Altenholz.

 

Anmerkung:

Vier der Jugendlichen haben bereits am schulischen Austausch mit dem Collège St. Joseph in Châteaurenard teilgenommen.