Das nervt auch den Jugendbeirat - Neu gewählte Mitglieder sprühen vor Ideen

 

Zu viel Sprayerei in Altenholz

Altenholz - Nun ja: Der neue stellvertretende Vorsitzende trägt ein dickes „Anti“ auf seinem T-Shirt spazieren, während die gerade mal 18-jährige Alterspräsidentin einen St.-Pauli-Pulli mit Totenkopf anhat - und dennoch ist der Bürgermeister begeistert. Am Montag haben Altenholzer Jugendliche ihren neuen Beirat gewählt.

 

 

 

Christian Hiersemenzel | kn | 24.02.2009
17:16 Uhr

 

 

Bürgermeister Horst Steffen gratulierte den neuen Mitgliedern des Altenholzer Jugendbeirats: die Vorsitzende Mareike Falk und ihr ... mehr
Foto: KN-online.de

 

Am Ende der fast zweistündigen Sitzung kommt unter den knapp 20 Jugendlichen bereits eine erste inhaltliche Diskussion auf. Er sei von der Sprayerei ziemlich genervt, sagt Niklas (17), „die Taggelei“ habe in Altenholz zugenommen - Tags heißen im Graffiti-Jargon die Signaturkürzel, mit denen Sprüher ihr Werk unterzeichnen oder ein Revier markieren.


„Wir wissen doch, wer das ist“, sagt Niklas. Der Jugendbeirat solle auf diese Gruppe Einfluss nehmen. Michelle neben ihm verweist jedoch auf die Langeweile an Wochenenden, wenn die Treffs mal wieder geschlossen sind, „das ist doch das Problem“, und Niklas gibt ihr Recht. Doch die Polizei müsse ihre Präsenz verstärken. Dafina dagegen bezweifelt, dass die Freizeitmöglichkeiten von Jugendlichen am nördlichen Kieler Stadtrand tatsächlich eingeschränkt sind. „Es gibt genügend Möglichkeiten, was man alles tun kann.“ Christian verweist allerdings darauf, dass die Busverbindungen unzureichend sind.

Seine eigentliche Arbeit nimmt der Beirat am 16. März auf. Bürgermeister Horst Striebich misst ihm jedoch schon jetzt einen „Riesenstellenwert“ bei. „Wir wollen wissen, was ihr euch in Altenholz wünscht“, sagt er. Wobei der Kontakt keine Einbahnstraße sei: „Wenn ich Fragen habe, möchte auch ich einfach mal zum Telefonhörer greifen können und euch anrufen: Wie steht ihr zu diesem Thema?“ Laut Gemeindeordnung sind Kinder und Jugendliche bei Planungen und Vorhaben „in angemessener Weise“ zu beteiligen. Die Gemeinde Altenholz greift seit Jahren auf das Meinungsbild eines eigenen Jugendbeirats zurück.


Zu Beginn des Treffens hatten die Vertreter der beiden Jugendzentren OASE und Tümpel, der Kirchengemeinde, der Regionalschule und des Gymnasiums einen Beirats-Vorstand gewählt. Vorsitzende wurde mit fünf Ja-Stimmen Mareike Falk (16), Schülerin am Gymnasium. Stellvertreter wurde mit vier Stimmen ihr Herausforderer Niklas Falk (17), der im Schilkseer Restaurant Luzifer eine Ausbildung zum Koch absolviert und trotz Namensgleichheit mit der Vorsitzenden nicht verwandt ist. Niklas vertritt den Jugendbeirat auch bei Sitzungen der Gemeindevertretung, Isabel Jürgens ist im Finanzausschuss dabei, Christian Biernath-Wuepping nimmt an Sitzungen des Sozial- sowie des Umweltausschusses teil, und im Bauausschuss ist Oke Petersen.