Altenholzer Regionalschüler-Band „Wanted“ spielt zur Kieler Woche im Ratsdienergarten

 

Großer Sprung auf die Junge Bühne

Altenholz - Es ist wie ein Ritterschlag: Die fünf Jungs der Altenholzer Band „Wanted“ haben sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt und dürfen auf der Kieler Woche auftreten. Für Dennis Kill, Yannik Meirowski, Marcel Dietrich, Thorben Falk und Wladimir Frais ist es die große Chance. Am 24. Juni, einem Mittwoch, steht ihnen ab 21 Uhr die Junge Bühne im Ratsdienergarten eine halbe Stunde lang zur Verfügung. Die Veranstalter erwarten täglich 500 Zuschauer.

 

 

 

                                                                       Christian Hiersemenzel | kn | 16.04.2009    10:56 Uhr

 

 

 

 

 

Setzten sich gegen die Konkurrenz durch (von links): Dennis Kill, Yannik Meirowski, Marcel Dietrich, Thorben Falk und Wladimir Frais – die Gruppe „Wanted“.                                                                                                                     Foto: Hiersemenzel

Ursprünglich hatten sich rund 70 Bands und Gruppen aus ganz Schleswig-Holstein für einen Auftritt beworben, ausgewählt wurden schließlich 25. Das Ziel der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Junge Bühne Kiel“, einem Zusammenschluss des Kieler Amtes für Schule mit Kinder- und Jugendeinrichtungen unter Federführung des Jugendtreffs Pries und des Kieler Jugendrings, war klar definiert: Das potenzielle Publikum selbst sollte das Programm wesentlich mitgestalten. Aus diesem Grund lud man kürzlich zum so genannten Voting ein.


„Über 200 Leute waren da, es war ziemlich voll“, erzählt Marcel Dietrich, Sänger der Band. Manch anderer hatte seinen ganzen Fanclub mitgebracht, von dem jeder einzelne stimmberechtigt war. „Wir hatten bloß unsere Eltern dabei.“ Die Altenholzer Band, ein Aushängeschild der Regionalschule, war im vergangenen Herbst mit ihrem Lehrer, dem Kieler Jazz- und Soulmusiker Fred Schulz, ins Studio gegangen und hatte einen ganzen Tag gebraucht, um die Lieder „Embracing“, „Selfless“ und „Blame one“ auf CD zu brennen und nach Kiel zu schicken. „Nu Metal“, also härtere Rockmusik: Von diesem Minialbum wurde dem Publikum jetzt ein winziger Auszug vorgespielt - gerade mal eine Minute stand jeder Band zur Verfügung.

Ein wenig schielten die Altenholzer auch auf die Stimmzettel der unbekannten Nachbarn. Zu vergeben waren Schulnoten von eins bis sechs, und was Yannik sah, „war für uns zunächst nicht so toll - ich kam ins Zweifeln“. Ähnlich verhielt es sich mit den Reaktionen, während die Musik abgespielt wurde. „Einige gingen voll mit, aber andere unterhielten sich einfach weiter“, sagt Marcel. Wie die Altenholzer das Niveau insgesamt beurteilen? Die Meinung ist differenziert. Eine Demoversion habe sich wie eine Aneinanderreihung von Klingeltönen angehört, „wir dachten: Das können die nicht ernst meinen“, sagt Marcel. „Aber es waren auch absolut geile Songs dabei, da stimmt wirklich alles.“ Sogar Heavy Metal sei gespielt worden, ergänzt Thorben, darüber hinaus Reggae und Ska-Rock mit fettem Trompetensound.


Drei Tage mussten die Jungs von „Wanted“ warten, die Stimmung war gedrückt, die Erwartung gering. Doch dann traf die E-Mail ein: Habt Ihr immer noch Lust zu spielen? Was für eine Frage.


Bereits am 22. Juni sind die Regionalschüler in der Hansastraße 48 zu hören, wo sie schon ein paar Mal vor jeweils 100 Zuschauern auftraten. Diesmal ist es eine Art Generalprobe. Die Bühne im Ratsdienergarten soll in diesem Jahr um 180 Grad gedreht werden: Der Besucherstrom der Kieler Woche führt somit direkt vorbei.