Ohne Geld keine WM-Medaille

Badminton: Der Altenholzer Jan-Niklas Pott will in Korea starten, muss vorher aber noch Sponsoren finden

 

Altenholz – Im Grunde genommen müsste Jan-Niklas Pott den ganzen Tag mit einem breiten Lachen durch die Welt spazieren. Der 15-jährige Altenholzer hat sich für die Badminton-Weltmeisterschaft der Behindertensportler in Korea qualifiziert. Nun droht sich sein großer Traum in Luft aufzulösen – aufgrund der hohen Teilnahme- und Reisekosten.

Knapp vier Monate ist es her, dass Familie Pott über den Vorstand des TSV Altenholz beim Schleswig-Holsteinischen Badminton-Verband (SHBV) um finanzielle Unterstützung für Jan-Niklas bat. Etwa 4200 Euro (inkl. 800 Euro WM-Meldegebühren) würde der Asien-Trip für den Schüler und eine Begleitperson verschlingen. „Man sagte uns aber, es kann keine Hilfe geben, da es sich nicht um einen leistungsbezogenen Sport handelt“, berichtet der TSV-Vorsitzende Rolf Lorenzen, der nun auf die Hilfe regionaler Sponsoren hofft. Immerhin besteht die Chance, dass der TSV im September den ersten Weltmeister des Vereins präsentiert.

 

 

Will sich seinen großen Traum von der WM-Teilnahme in Korea erfüllen:

Jan-Niklas Pott.                 Foto Molter

Dass Jan-Niklas für die Begründung des Verbandes kein Verständnis aufbringt, liegt auf der Hand. „Das ist totaler Quatsch. Die körperliche Anstrengung ist beinahe noch größer als bei Nichtbehinderten. Wenn man so etwas hört, fühlt man sich als Sportler zweiter Klasse“, sagt der Realschüler, der mit dem Handicap leben muss, dass seit der Geburt sein rechtes Bein nicht mitwächst, zudem fehlt ihm das Sprunggelenk. Deshalb trägt er eine Orthese und einen Schuh mit dicker Sohle, um den Höhenunterschied auszugleichen. Jan-Niklas Vita drapieren bereits

 

 

beachtliche Erfolge. Bei den deutschen Meisterschaften 2008 holte er Gold im Doppel und Silber im Einzel. Zudem wurde er in Dortmund zweimal Vize-Europameister und einmal Dritter. Vor drei Wochen erst siegte er dann im Mixed-Doppel bei den German International Open und wurde Zweiter im Einzel. Klar, dass sich Jan-Niklas auch für Korea einiges ausrechnet. „Die Teilnahme an einer WM ist ein großer Traum. Außerdem möchte ich eine Medaille gewinnen. Es wäre schade, wenn das am Geld scheitern würde.“ Muss es aber nicht. Auf KN-Anfrage kündigte der SHBV gestern an, seinem Nachwuchstalent sehr wohl unter die Arme greifen zu wollen. „Bei uns ist nur bisher kein Antrag auf einen Zuschuss eingegangen“, sagte der Landesjugendwart Horst Böttger. „Sobald das geschehen ist, nehmen wir uns der Sache natürlich an.“ In welcher Form und Höhe vermochte Böttger nicht zu taxieren. Da aber auch der TSV etwas beisteuern will ist Jan-Niklas’ Traum von der WM also doch noch nicht ausgeträumt.         mol