Nico Bünning aus Schwedeneck ist Deutschlands jüngster Straßenbaumeister

 

Auf der Überholspur in den Beruf

Schwedeneck - Schon mit zehn Jahren saß er im elterlichen Betrieb auf dem Bagger, und von seinem späteren Beruf hatte er sehr früh konkrete Vorstellungen. Mit gerade mal 21 Jahren hat Nico Bünning jetzt eines seiner wichtigsten Ziele erreicht: Der Schwedenecker ist Deutschlands jüngster Straßenbaumeister - jedenfalls nach Auskunft seiner Lehrer.

Christian Hiersemenzel | kn | 23.06.2009

18:51 Uhr

 

 

Ulrich Bünning aus Schwedeneck ist stolz: Sein Sohn Nico (21) ist Deutschlands jüngster Straßenbaumeister. In ein paar Jahren könnte der Junior die Firma übernehmen - wenn er denn Lust dazu hat. In diesen Tagen arbeiten Vater und Sohn gemeinsam mit einem Angestellten an einem Keller der Kieler Psychiatrie: Das Fundament muss freigelegt und mit Bitumen behandelt werden. Ein Knochenjob? „Man sieht am Abend, was man geleistet hat“, sagt Nico Bünning.



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Ulrich Bünning aus Schwedeneck ist stolz: Sein Sohn Nico (21) ist Deutschlands jüngster Straßenbaumeister. In ein paar Jahren könnte der Junior die Firma übernehmen -  wenn er denn Lust dazu hat. In diesen Tagen arbeiten Vater und Sohn gemeinsam mit einem Angestellten an einem Keller der Kieler Psychiatrie: Das Fundament muss freigelegt und mit Bitumen behandelt werden. Ein Knochenjob? „Man sieht am Abend, was man geleistet hat“, sagt Nico Bünning.

Foto: KN-online.de

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Intelligenz hat unterschiedliche Ausprägungen. Nico Bünning war nie besonders gut in Deutsch und Englisch, dafür umso begabter in Mathematik* und Physik*, auch in Chemie*, weil es dabei um etwas Handfestes ging, wie er sagt. Er legte auf der Altenholzer Realschule eine passable, aber nicht überragende Mittlere Reife hin, und während des ersten Lehrjahres überraschte er seinen Vater an einem Weihnachtsabend mit der Aussage, dass ein Studium für ihn wohl kaum in Frage komme. Ulrich Bünning (51), Inhaber einer kleinen Tiefbaufirma und eines Containerdienstes in Stohl am nördlichen Kieler Stadtrand, nahm's gelassen. Ein eigener Kopf? „Wer Unternehmer werden will, muss den haben.“


In sieben, vielleicht auch in neun Jahren soll sein Sohn den Betrieb übernehmen - sofern er denn will. Freiwilligkeit war stets ein wichtiges Erziehungsprinzip der Familie. Der jüngere Sohn Leif (17) kam im Gegensatz zu seinem Bruder nie besonders gern auf die Baustellen mit, brauchte es auch nicht und beginnt zum Herbst lieber eine Lehre zum Elektro-Installateur. Für Nico Bünning dagegen war es stets das Größte, während der Ferien und an den Wochenenden an der Seite des Vaters Wege zu pflastern und Straßen zu asphaltieren.

 

Ein Werdegang im Zeitraffer: Die erste Ausbildungsfirma in Altenholz musste schließen, der Azubi wechselte nach Hamburg zum Baugiganten Bilfinger Berger, baute Autobahnen zweispurig aus, arbeitete später ein paar Monate als Geselle beim Vater und entschied sich dann für die Meisterschule. Er dürfte für manchen Lehrer eine harte Nuss gewesen sein. Ein feuchter Kubikmeter Boden soll leichter sein als ein trockener? „Rein theoretisch mag das stimmen, weil ein Kubikmeter Boden im trockenen Zustand 1,6 Tonnen wiegt und ein Kubikmeter Wasser nur eine Tonne“, sagt Nico Bünning. Aber in der Praxis komme das eben doch nicht hin. „Was für mich keinen Sinn ergibt, akzeptiere ich nicht. Wenn ich einen Lkw belade, muss ich doch wissen, wie schwer die Last sein darf.“


Unter seinen Freunden befindet sich kein einziger Handwerker, die meisten sind Kaufleute geworden und könnten sich niemals vorstellen, wie Nico Bünning bei Wind und Wetter draußen auf der Baustelle zu stehen. Niemand will sich die Hände schmutzig machen, und nicht umsonst hat die Branche hat ein Problem, qualifizierten Nachwuchs zu finden. „Aber ich könnte es mir umgekehrt auch nicht vorstellen, den ganzen Tag im Büro zu sitzen. Lieber sehe ich abends, was ich geschafft habe. Das hat auch noch Jahre später Bestand.“ Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit sind in seinem Beruf wichtig, und mehr als einmal kam es schon vor, dass der junge Mann einen alten Hasen ermahnen musste, dass es so nicht geht. „Nico ist nett, und er bleibt nett“, sagt sein Bruder Leif. „Aber er hat schon früh begonnen, die Arbeiten auf der Baustelle zu lenken, wenn der Chef nicht da war.

 

Anmerkung der Schule:        Die obigen guten Leistungen werden bestätigt;

                                          ebenso gute Leistungen in allen Wahlpflichtkursen.