Richtfest für Neubau der Grundschule

 

Gabriele Asmus | kn | 11.12.2009

17:40 Uhr

In acht Monaten ist alles fertig

 

Altenholz - „Auf die Schwimmhäute, Prost!“ Mit Humor reagierte am Freitagmittag Zimmerer Thorsten Hagge auf die Witterung der vergangenen Wochen. Beim Richtfest für den Neubau der Grundschule im Altenholzer Schulzentrum war Erleichterung spürbar, dass die Arbeiten trotzdem im Zeitplan liegen. Übrigens auch darüber, dass sie bislang den Kostenrahmen nicht sprengen.

 

In acht Monaten voraussichtlich bezugsfertig: Die neue Grundschule bildet auch den neuen baulichen Abschluss des Schulzentrums in Altenholz-Stift, im Hintergrund ein Trakt des Gymnasiums.

Foto: Asmus

Zünftig: Thorsten Hagge (li.) und Torge Kurzweg beim Richtspruch.

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Architekt Rüdiger Mumm konnte sich den Hinweis auf den „nassesten November seit Menschengedenken“ nicht verkneifen, als er allen beteiligten Handwerkern ein großes Lob aussprach. Denn der Zeitplan ist eng: Fast genau vor einem Jahr begann die Debatte um eine Erweiterung des Schulzentrums. Regionalschule und Gymnasium, die einzigen ihrer Art auch im Norden Kiels, hatten Alarm geschlagen. Mit knapp 1600 Schülern insgesamt wird ab Mitte des Jahres gerechnet, davon nur rund 110 Grundschülern. Der angemeldete Raumbedarf führte mit Blick auf das Schulzentrum insgesamt dann zur Planung einer neuen Grundschule. Gymnasiasten und Regionalschüler rücken mit Beginn des neuen Schuljahres am 23. August 2011 in deren alte Räume nach.

 

Bürgermeister Horst Striebich sprach nicht nur von einem großen Konsens in der Gemeinde, sondern auch von der guten Zusammenarbeit mit den Schulen für diesen Neubau. Ein großes Lob galt unter anderem dem Kreisbauamt für zügige Arbeit. 4,2 Millionen Euro soll der Neubau kosten. 750000 Euro bekommt die Gemeinde als Zuschuss aus dem Schulbauprogramm des Landes. 2,8 Millionen Euro finanziert sie selbst. Weitere 600000 Euro sind für Einrichtung und Ausstattung notwendig.


Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, moderne Elektro- und Beleuchtungstechnik sowie ein hoher energetischer Standard: All das führe dazu, erläuterte Mumm, dass der Grenzwert der Energieeinsparverordnung 2009 noch um ein Viertel unterboten wird. Weitere Eckdaten des Gebäudes: zwei Geschosse, 1800 Quadratmeter Nutzfläche, acht Klassenräume mit Zusatzräumen für differenzierten Unterricht, zwei Fachräume für Musik, Basteln und Werken, oben eine Dachterrasse, unten ein Schulgarten. „Die Kinder sollen sich hier wohlfühlen. Das wird in unserer Bildungslandschaft nicht genug bedacht“, merkte Mumm als Vater von drei Kindern auch an. Die Baupläne seien im ständigen Kontakt mit den Lehrern weiter entwickelt worden. Zu den Gästen des Richtfestes zählten unter anderem die drei Rektoren Peter Wenners (Gymnasium), Thomas Haß (Regionalschule) und Uta Fischer (Grundschule). Bürgervorsteher Volker Clauß und Kreispräsident Lutz Clefsen nutzten ebenfalls die Gelegenheit, sich den Rohbau anzusehen.

 

„Es gehörte Mut dazu, in diesen Zeiten eine zusätzliche Verschuldung in Kauf zu nehmen“, gestand Striebich. Aber Altenholz stehe zu seinen Verpflichtungen als Stadtrandkern mit Versorgungsangeboten für das Umland. Die Schulkostenbeiträge aus Kiel und dem Umland fließen im Gegenzug in Altenholzer Kassen zurück. Der Verwaltungschef hob ebenfalls hervor, dass die Gemeinde sich antizyklisch zur Wirtschaftskrise verhalte und helfe, in einer für die Bauwirtschaft nicht einfachen Zeit Arbeitsplätze zu erhalten. Nach einem halben Jahr für ein so großes Gebäude Richtfest zu feiern, das sei eine stolze Leistung der Handwerker. In gut acht Monaten haben hier Grundschüler und Lehrer das Sagen.