Für die Franzosen ein Gemälde im Gepäck

30 Jahre Schulpartnerschaft: Montag gehen Altenholzer auf Reisen

 

Altenholz – Ist Französisch in erster Linie Frauensache? Beim Rückblick auf 30 Jahre Partnerschaft zwischen der Realschule Altenholz und dem Collège Saint-Joseph in Châteaurenard fallen vor allem die Namen von Frauen, die sich über Jahrzehnte engagierten. Am Montag fährt eine Altenholzer Gruppe mit Schülern und Lehrern in die Provence, um mit den Franzosen dieses Jubiläum zu feiern.

Von Gabi Asmus

Ruth Hoffmann, Französischlehrerin und Organisatorin dieser Fahrt, kümmert sich seit 1988 um die jährlich wechselnden Besuche und Gegenbesuche. Ingrid Heller, ehemalige Französischlehrerin, hat die Schulpatenschaft mit aufgebaut, aus der 1991 auch die Städtepartnerschaft von Altenholz und Châteaurenard nahe Avignon entstand. Sie ist seit vielen Jahren im Altenholzer Städtepartnerschaftskomitee aktiv und fährt dieses Mal wieder mit. Den ersten Austausch gab es noch in Schulferien, erinnert Ingrid Heller sich, „da konnte ich meine Familie mitnehmen“. Sie freut sich jedes Mal auf ein Wiedersehen mit Marie-Francoise Algrin, die seit 1980 auf französischer Seite für Kontinuität sorgt. Mit den Jahren konnten gegenseitige Vorbehalte abgebaut werden, das ist für Ingrid Heller ein wichtiger Aspekt der Partnerschaft.

Mit kommt ebenfalls ihre ehemalige Kollegin Brigitte Leßmann. Sie kann sich noch an die schwierigen Startbedingungen für den ersten Besuch in Frankreich erinnern. Briefe liefen ins Leere, die auserwählten Partner schienen damals nicht zu überzeugen, dass auch sie etwas von dem Kontakt haben. Erst die Mutter eines Altenholzer Schülers konnte durch ihre persönlichen Beziehungen weiterhelfen. Als Jubiläumsgeschenk mit im Gepäck

30 Jahre Schulpartnerschaft in einem Bild: Ingrid Heller, Malerin Maria Christensen, Lehrerin Ruth Hoffmann und Brigitte Leßmann (von links) engagieren sich für die Kontakte zwischen Altenholz und Châteaurenard.  

Foto Asmus

 

wird die Gruppe ein Gemälde von Kunstlehrerin Maria Christensen haben. Sie ist schon 31 Jahre lang an der Realschule (heute Regionalschule) in Altenholz und hat die 30 Jahre Schulpartnerschaft miterlebt – „mehr am Rande“, wie sie sagt. Ihr Bild nimmt Bezug auf die alten Festungsreste in Châteaurenard, setzt ihnen als Wahrzeichen aus Altenholz-Stift das Herrenhaus entgegen. Um Porträts der Akteure mit auf die Leinwand zu bringen, reichte ihr ein Foto: Nun schauen am Fuß des Gemäldes Brigitte Leßmann, Ingrid Heller und Ruth Hoffmann aus Altenholz sowie die Französinnen Marie-Francoise Algrin und

Monique Chaussy den Betrachter an. „Ich habe mich alle zwei Jahre mit den Kollegen auf den Besuch gefreut. Die Gäste bringen immer eine Brise Frankreich mit hierher“, sagt die Malerin. Außerdem nehmen die Altenholzer als Gastgeschenk auch ein Fotobuch mit, für das der ehemalige Schulleiter Dieter Domdey half, alte Bilder digital zu bearbeiten, um die ganzen 30 Jahre zu dokumentieren. Die Damen sind sich einig: Die Schulpartnerschaft über 30 Jahre sei nur möglich geworden, weil daraus auch Freundschaften entstanden sind. Thomas Haß ist nun der dritte Rektor in Altenholz und auch er fährt mit nach Châteaurenard. Französisch habe er selbst in der Schule gelernt, erzählt Thomas Haß,

Vor zehn Jahren überreichte Pierre Lombardo aus Chateaurenard Ingrid Heller, der damaligen Vorsitzenden des Altenholzer Partnerschaftskomitees, eine Schlossuhr.

Foto Breuer/Archiv

nun könne er die schöne lebendige Sprache nach 22 Jahren wieder einsetzen. Und er verspricht: Die Regionalschule Altenholz werde weiter an Französisch als zweiter Fremdsprache festhalten, „Wir empfehlen den Eltern auch, das Fach zu wählen, obwohl es für den Realschulabschluss nicht mehr nötig ist.“ Mindestens 500, eher mehr Mädchen und Jungen konnten durch die Partnerschaft von Altenholz nach Frankreich reisen, schätzt sie vorsichtig. Am Montag fahren 18 aus den Klassen sieben bis neun mit. Worauf genau sie sich in Frankreich freuen können? Das Programm ist noch geheim, das soll eine Jubiläums-Überraschung werden.