Ausbau oder nicht? Gewaltiger Schüleransturm wird in diesem Jahr erwartet

Schulzentrum in Stift braucht eine Entscheidung

Christian Hiersemenzel | kn | 23.02.2010
17:45 Uhr

Das Schulzentrum Stift ist nicht nur im Kieler Norden beliebt, sondern inzwischen sogar in Gettorf. Das schafft Probleme. Foto: Paesler

 

Altenholz - Bürgermeister Horst Striebich (CDU) hat von den Altenholzer Gemeindevertretern eine politische Grundsatzentscheidung gefordert, ob das Schulzentrum Stift weiter ausgebaut werden soll. Hintergrund ist die Anmeldefrist neuer Schüler vom 15. bis zum 26. März. Gymnasium und Regionalschule erwarten erneut einen gewaltigen Ansturm und müssen den Eltern signalisieren, ob ihre Kinder eine Aussicht auf Annahme haben.


Derzeit wird am Schulzentrum ein neues Gebäude für die Grundschule errichtet (wir berichteten). Aufgrund des langen Winters hat sich der Baufortschritt um mindestens acht Wochen verzögert, auch wenn das Haus inzwischen überdacht ist und die Baustelle beheizt werden kann. Die zusätzlichen Energiekosten dafür werden nach Gemeindeangaben bisher auf 4500 Euro geschätzt.

 

Der Direktor des Gymnasiums, Peter Wenners, kündigte bereits an, dass man sich mit einer zeitlichen Verzögerung von wenigen Wochen werde arrangieren können - jeweils vier der frei werdenden acht Räume der Stifter Grundschule sollen künftig von Regionalschule und Gymnasium genutzt werden. „Wir benötigen aber darüber hinaus vor allem Fachräume.“ Und streng genommen sei das Gymnasium auf alle acht Klassenzimmer angewiesen. .

 

In den beiden weiterführenden Schulen blickt man deshalb mit Spannung auf zwei Termine: Am 26. März tagt kurzfristig noch einmal der Schulausschuss, am 31. März die Gemeindevertretung. Ist Altenholz bereit, gleich nach dem Sommer auch den zweiten und dritten Bauabschnitt umzusetzen und damit für die Regionalschule weitere Räume sowie eine gemeinsame Mensa zu schaffen? Damit wäre erneut eine Ausgabe von mehreren Millionen Euro verbunden. „Unser finanzieller Hintergrund hat sich natürlich verändert“, räumte Bürgermeister Striebich ein, und möglicherweise gebe es Probleme mit den Zuschüssen aus dem Schulneubauprogramm. Auf der anderen Seite stehe die Nachfrage. Um rechtzeitig Aufträge auslösen zu können, sei eine Entscheidung fällig.

 

Unterdessen hat Peter Wenners von einem Informationsabend in der vergangenen Woche am Gymnasium berichtet, zu dem 206 Kinder mit ihren Eltern kamen. Er schätze, dass sich davon 160 für eine Anmeldung entscheiden könnten. Auffällig sei, dass eine nennenswerte Anzahl aus Osdorf und Gettorf stammt, wo es ebenfalls ein großes Schulzentrum gibt. Traditionell kommen Schüler auch aus Schwedeneck, Felm und vermehrt aus dem Kieler Norden. Letzteres liege auf der Hand: „Aus Holtenau ist der Schulweg mitunter kürzer als aus Klausdorf.“ Jahrelang habe Altenholz um Kieler gekämpft, Geschwisterkinder könne man nicht ablehnen, und angesichts der demografischen Schwankungen brauche man diese Schüler in einigen Jahren ohnehin wieder. Dass dem Gymnasium jetzt allerdings die Sechszügigkeit droht, sei für die Schule schon aus organisatorischen Gründen schwierig. Anica Gehrmann von der benachbarten Regionalschule geht ihrerseits davon aus, dass sie zum Herbst zwei neue Haupt- und zwei Realschulklassen begrüßen kann. „Sollte das aus räumlichen Gründen nicht machbar sein, wäre es fatal.“