Christian Hiersemenzel | kn | 26.02.2010
15:54 Uhr

 

Bürgermeister fordert Grundsatzentscheidung - Suhr will Schülerzahlen begrenzen

Schulerweiterung: AWG spricht von Größenwahn

Altenholz - Ein zweiter und dritter Bauabschnitt am Stifter Schulzentrum? Die Altenholzer Wählergemeinschaft (AWG) hat sich jetzt vehement dagegen ausgesprochen, nach dem Sommer weiter in die Regionalschule und die Errichtung einer Mensa zu investieren. Dass die Schulen auf die riesige Zahl Bewerbungen verweisen, sei Erpressung, so die AWR.

 

Wie berichtet, hatte Bürgermeister Horst Striebich in dieser Woche vor dem Hintergrund noch immer drastisch steigender Schülerzahlen die Politik zu einer Grundsatzentscheidung aufgefordert. Und der Direktor des Gymnasiums, Peter Wenners, hatte seinerseits darauf hingewiesen, dass seine Einrichtung im Prinzip alle acht frei werdenden Räume der Grundschule benötigt, um Fachräume wieder nutzen und qualifizierten Unterricht anbieten zu können. Derzeit wird am Schulzentrum ein Haus für die Stifter Grundschule gebaut. Sobald sie im Spätsommer ins neue Gebäude eingezogen ist, können Gymnasium und Regionalschule ihre acht Räume nutzen.


„Wir warnen davor, die Größe unserer Schulen weiter aufzublasen“, sagte AWG-Fraktionschef Hans-Werner Suhr den Kieler Nachrichten. Angesichts der demografischen Entwicklung erwarte er, dass die Zahlen in zwei bis drei Jahren wieder zurückgehen, „und dann stehen wir vor einer Überkapazität“. Regionalschule und Gymnasium seien in den vergangenen Jahren „überproportional bedacht“ worden, im Vergleich zu Kieler Schulen sei ihre Ausstattung geradezu luxuriös. „Die Gemeinde Altenholz pfeift finanziell aus dem letzten Loch, da ist es unsolidarisch, weitere Forderungen zu stellen.“


Die AWG spricht sich dafür aus, die Schülerzahlen zu deckeln und Gymnasium und Regionalschule jeweils vierzügig zu führen. Derzeit ist das Gymnasium bereits fünfzügig, und an der Regionalschule sollen nach jetzigem Stand jeweils zwei Haupt- sowie zwei Realschulklassen starten. „Ich warne vor zu großen Einheiten, weil dies die Schulen unpersönlich macht und in Stift das Verkehrschaos weiter erhöht.“ Der AWG-Fraktionschef sprach von Größenwahn, dem Einhalt zu gebieten sei.