Leiter der Schulen in Altenholz schalten sich in Erweiterungsdebatte ein

„Zusätzliche Klassenräume alles andere als Luxus“

Peter Wenners (links) und Thomas Haß ärgern sich: Die Kritik der AWG halten sie für unfair.        Foto Hirsemenzel

 

 

Altenholz - Er wolle nicht in die „unsachliche, polemische Diskussion“ einsteigen, sagt Peter Wenners, der Direktor des Altenholzer Gymnasiums, und sein Kollege von der Regionalschule, Thomas Haß, nickt. „Aber wir waren schockiert, als wir in den Kieler Nachrichten die Kritik der AWG lesen mussten, nach der wir die Gemeinde angeblich mit Schülerzahlen erpressen wollen“, ergänzt dieser. Einen solchen Vorwurf weise man in aller Form zurück.

 

Nach Auffassung der beiden Schulleiter sind zusätzliche Räume „keinesfalls Luxus“. Der Status quo: Am Gymnasium werden aktuell drei Fachräume für Physik, Biologie und Erdkunde zu Klassenräumen umfunktioniert, darüber hinaus unterrichtet man in drei (abgängigen) Pavillons. An der Regionalschule stehen ein Musik- und ein Medienraum nicht für den Fachunterricht zur Verfügung.

Wie berichtet, will die AWG einem zweiten und dritten Bauabschnitt am Schulzentrum Stift keinesfalls zustimmen. Nach KN-Information gibt es auch in der CDU Stimmen, die einer Erweiterung der Regionalschule und einer Mensa kritisch gegenüberstehen. Ende März tagt dazu erst der Schulausschuss, dann die Gemeindevertretung.

 

Rektor Thomas Haß verweist darüber hinaus darauf, dass sein Kollegium Kinder mit unterschiedlichen Leistungsniveaus unterrichtet. Es sei unbedingt erforderlich, sogenannte Integrationskinder zeitweise herauszuziehen und Gruppenarbeit zu gewährleisten. In der Pyramide an der Klausdorfer Claus-Rixen-Schule sei das exemplarisch gegeben: Dort seien Klassen- durch Gruppenräume miteinander verbunden. „So stellen wir uns das zumindest in der Orientierungsstufe auch in Stift vor.“

 

Bereits im November 2008 habe man die Politik gefragt, ob Gymnasium und Regionalschule ihre Aufnahmekapazität beschränken müssten. „Die Antwort war damals Nein“, betont Thomas Haß, und in Folge habe seine Regionalschule von der Drei- auf die Vierzügigkeit aufgestockt. Das Gymnasium ist schon seit Jahren bei einer Fünfzügigkeit angekommen.

 

Sollte sich die Gemeindevertretung gegen zusätzliche Baumaßnahmen entscheiden, müsste sich die Regionalschule nach Angaben des Bürgermeisters Horst Striebich auf eine Dreizügigkeit zurückschrauben und damit in den nächsten Wochen bis zu 15 Bewerbern absagen. Das Gymnasium bliebe bei fünf Zügen.

 

Vor dem Hintergrund von Nachmittagsunterricht und offener Ganztagsschule rechnen die Schulleiter für eine Mensa mit einem Bedarf von bis zu 800 Kindern.                                                            zel