FDP will die Schulerweiterung

Fraktionschef Jens Ruge: Wir sind auf Kieler Schüler angewiesen – auch aus finanziellen Gründen

 

Altenholz – Jetzt hat sich auch die FDP in die Diskussion über die Stifter Schulerweiterung eingeschaltet: Im Gegensatz zur Altenholzer Wählergemeinschaft wollen die Liberalen Ende des Monats für eine Erweiterung der Regionalschule und den Bau einer Mensa stimmen – nicht zuletzt aufgrund finanzieller Erwägungen. Paradox?

Von Christian Hiersemenzel

 

„Engstirnig und kleinkariert“ sei die Kritik der AWG. „Wir sind auf Kieler Schüler angewiesen, und es wäre eine völlig falsche Botschaft, jetzt gegen Holtenau dichtzumachen“, sagt der FDP-Fraktionschef Jens Ruge. Angesichts des noch immer anhaltenden Zustroms von Kindern und Jugendlichen aus dem Dänischen Wohld und dem Kieler Norden solle die Regionalschule ihre Vierzügigkeit ausbauen und das Gymnasium mindestens fünf, wenn nicht sogar sechs Parallelklassen unterrichten. „Gegebenenfalls müssen wir zwei Containerklassen einrichten“, sagt Jens R Ruge. Wichtig sei, dass Altenholz seine Stadtrandfunktion als Bindeglied zwischen Landeshauptstadt und Wohld stärke.

 

„Dicht zu machen, wäre ein Rückfall in die 80er Jahre“, unterstützt ihn der Altenholzer FDP-Chef Peter Klein. Damals habe er in Friedrichsort gewohnt und seinen Sohn in Altenholz anmelden wollen. „Wir sind auf ein kategorisches Nein gestoßen.“ Mittlerweile sind die festen Schuleinzugsbezirke gefallen, die Schulen stehen im freien Wettbewerb. Eine Einschränkung der Zustroms, übrigens lange gewollt, gefährde automatisch die Angebotsvielfalt und Qualität der Altenholzer Schulen – und mittelbar den gesamten Wohnstandort.

 

Die Liberalen verweisen auf Schulkostenbeiträge, die vor allem bei der Regionalschule (451Schüler insgesamt, davon 248 Gastschüler) und dem Gymnasium (1050 Schüler insgesamt, davon 611 Gastschüler) wesentlich von anderen Gemeinden aufgebracht werden. Nach Rathausberechnungen verfügt die Gemeinde schon jetzt jährlich über 1,76 Millionen Euro, ab 2012 aufgrund eines erhöhten Investitionskostenanteils sogar über gut zwei Millionen Euro. „Mit diesem Geld können wir nicht nur die  laufenden Kosten bezahlen, sondern einen Großteil der Investitionen finanzieren“, sagt Jens Ruge. „Das verkennen andere. Wir nagen wegen  unserer Schulen nicht plötzlich am Hungertuch, es ist eben kein reiner Zuschussbetrieb.“

 

Nach ersten Schätzungen würde eine Erweiterung der Regionalschule um sechs Räume zwischen fünf und sieben Millionen Euro kosten. Für kommenden Montag hat jetzt auch die SPD eine Pressekonferenz angemeldet.