Altenholzer Rektoren verweisen auf Entscheidungsverantwortung der Gemeindepolitiker

Mehrheit gegen Schulerweiterung

Gabriele Asmus | kn | 26.03.2010
17:20 Uhr
aktualisiert: 17:36 Uhr

 

Altenholz - Das Schulzentrum Stift wird nicht erweitert. Dieser Beschluss fiel in Altenholz am Donnerstagabend mit eindeutiger Mehrheit: sieben zu zwei Stimmen. Eineinhalb Stunden Zeit nahm sich der Schulausschuss für die Debatte, die ein ZDF-Fernsehteam teilweise filmte.

 

Ungewohnte Situation im Sitzungssaal: Der ZDF-Kameramann hat Bürgermeister Horst Striebich im Fokus.
Foto: Asmus

Die Vorsitzende des Schul-ausschusses: Barbara Suhr.
Foto: KN-online.de

 

Nicht der Schulleiter, sondern Schulträger und -aufsicht entscheiden darüber, wie viele Eingangsklassen zu Schuljahresbeginn gebildet werden.“ Peter Wenners, Rektor des Altenholzer Gymnasiums, hat sich Freitagmorgen im Bildungsministerium in Kiel rückversichert: Der Schwarze Peter in der Diskussion über eine Ablehnung angemeldeter Schüler liege wieder bei den Gemeindepolitikern. Die Frage der Zügigkeit bei den Eingangsklassen hatten die Ausschussmitglieder in der Debatte am Abend zuvor nicht beantwortet.

 

„Es kann doch nicht sein, dass der Landtag ein neues Schulgesetz beschließt und wir bleiben auf den Kosten sitzen“, definierte Volker Clauß (CDU) die Gemeinde als Opfer landespolitischer Kompromisse. Dagegen plädierte Wolfgang Weiß (SPD) für einen Neubau: „Ich fände es unsäglich, wenn wir heute eine Begrenzung für unsere Schulen beschließen. Wenn wir nicht in die Zukunft unserer Kinder investieren, in was dann?“ Außerdem habe Altenholz als zentraler Ort eine Verantwortung für die Region nördlich des Kanals. Das Schulzentrum liege nun einmal nahe an Holtenau, Friedrichsort und Schilksee.

 

2008 hatte Altenholz noch beschlossen, die Aufnahme neuer Schüler nicht zu begrenzen. Ein Konzept für die Erweiterung des Schulzentrums kam auf den Tisch: „Wenn der nächste Abschnitt gebaut werden soll, dann müssen wir jetzt die Planungsaufträge erteilen“, erläuterte Bürgermeister Horst Striebich dem Ausschuss. Nicht zu bauen hieße, dass die Raumausstattung nicht auf dem Stand sei, auf dem sie wegen der Schülerzahlen jetzt schon sein sollte. Dabei warten die Altenholzer darauf, dass die Stadt Kiel endlich entscheidet, wie sie die Schulreform des Landes in ihren nördlichen Stadtteilen umsetzen will. „Altenholz kann nicht die Fehler der Kieler Schulpolitik ausbügeln“, erklärte Jürgen Schlüter (CDU) die Absage an den Bau weiterer Räume. „Wir wollen die Qualität unserer Schulen erhalten. Aber wir können nicht investieren, weil die Gemeinde jetzt pleite ist“, sagte die Ausschussvorsitzende Barbara Suhr (Altenholzer Wählergemeinschaft).

 

Die Gemeinde baut zurzeit im Ortsteil Stift ein neues Gebäude für die Grundschüler. Ziehen sie Ende August in den Neubau um, werden acht Klassenräume für die weiterführenden Schulen frei. Selbst wenn es bei drei neuen Eingangsklasse für die Regionalschule und fünf für das Gymnasium bleibt, bemühten sich Wenners und Haß dem Ausschuss klar zu machen: Die Räume reichen trotzdem nicht. „Wir müssen jetzt alle Räume auf dem Gelände zählen und genau überlegen, wer welche nutzen kann“, hofft Wenners auf gemeinsame Lösungen und Absprachen, denn die räumlich Ausstattung der neuen Grundschule sei „purer Luxus“.

 

Dass sich Bürgermeister Horst Striebich noch mit dem Bildungsministerium über die Zahl der neuen Eingangsklassen des Gymnasiums abstimmen wird, ist der Ausschussvorsitzenden Barbara Suhr bewusst: „Ich gehe davon aus, dass das Thema in der Gemeindevertretung am kommenden Mittwoch sein wird.“ Dann werde über die Empfehlung des Ausschusses, das Schulzentrum derzeit nicht zu erweitern, abschließend beraten. Der ZDF-Filmbeitrag wird übrigens Ostersonnabend, 3. April, ab 19.15 im Länderspiegel gesendet.