Von Christian Hiersemenzel

Ärgerliches Machtspiel

 

Die Entscheidung hinterlässt den Beobachter einigermaßen ratlos. Was ist passiert, dass die Mehrheit der Altenholzer Gemeindevertreter ihren eigenen Beschluss von vor einem Jahr ad absurdum führt? Genau das ist nämlich der Fall: Gerade erst hat die Schulsozialarbeiterin die nötigen Strukturen geschaffen, sich bei Schülern, Eltern und Lehrern, aber auch in den Jugendtreffs sowie den Ämtern bekannt gemacht. Und nach einem Dreivierteljahr beginnt diese Mühe langsam Früchte zu tragen. Wer sich um die Probleme junger Leute kümmert, muss erst ein Vertrauensverhältnis schaffen, und dazu ist Zeit nötig. An diesem Punkt steht Beate Stuchtey gerade, jetzt könnte sie weiter in die Vollen gehen. Dass daraus nichts mehr werden dürfte, muss nicht nur aus sozialen, sondern auch aus ökonomischen Erwägungen kritisiert werden. Immerhin hat die Gemeinde bereits 48 000 Euro in die Arbeit investiert, bloß dass der Effekt dieser Ausgabe jetzt wieder verpufft. Steckt hinter der Ablehnung am Ende ein politisches Kalkül? Bürgermeister Horst Striebich (CDU) wird sich mit Ablauf des Jahres zur Ruhe setzen, seine Ära neigt sich dem Ende zu. Dass die eigene Fraktion wie auch die AWG gegen seinen  ausdrücklichen Willen agieren, muss auch als Machtdemonstration gegenüber einem potenziellen Nachfolger gewertet werden.