Schulzentrum Altenholz: Stühlerücken macht acht Räume frei

 

Gymnasium muss keinem absagen

Gabriele Asmus | kn | 18.04.2010
19:32 Uhr
aktualisiert: 19:34 Uhr

Altenholz. Die Räume im Schulzentrum Stift sind neu verteilt. Konsequenz: Das Gymnasium muss keine Absagen für die Einschulung von Kindern nach den Sommerferien erteilen. Den Neubau, der ursprünglich komplett für die Grundschule konzipiert worden war, nutzt künftig die Regionalschule zur Hälfte mit.

 

Dieses Ergebnis wertete der Altenholzer Bürgermeister Horst Striebich am Sonntagnachmittag positiv: „Das war nur unter großer Kooperationsbereitschaft aller Schulleiter möglich.“ Das Gymnasium wird mit 154 neuen Fünftklässlern ab 2010/11 sechszügig. Die Regionalschule bleibt mit 60 Neuaufnahmen dreizügig. Und die Außenstelle der Grundschule bekommt 19 neue Schüler.

 

Ebenfalls positiv bewertete Striebich, dass einer Inbetriebnahme des neuen Gebäudes mit acht Klassenräumen in Stift zu Schuljahrsbeginn 2010/11 trotz des harten Winters nichts mehr im Wege stehe. Mit dem Umzug der Grundschule in den Neubau werden acht alte Klassenräume frei, die nun zur Gänze das Gymnasium übernimmt. Außerdem werden bis auf den Physik- alle Fach- als Klassenräume mitgenutzt, Gruppenräume stehen so gut wie gar nicht mehr zur Verfügung. Die Regionalschule übernimmt das Erdgeschoss des Schulneubaus mit vier Klassen- und einem Mehrzweckraum. Grund- und Regionalschüler nutzen gemeinsam den neuen Musikraum. Das Problem: die unterschiedlichen Pausenzeiten für beide Schultypen. Im Sommer könnten auch die beiden letzten Klassen der Hauptschule in Klausdorf, die durch die Bildung der neuen Regionalschule mit der alten Realschule zusammengefasst wurde, mit nach Stift. Allerdings bleibt die so genannte 9+ - die flexible Ausgangsphase zählt nun mit zur Regionalschule - an ihrem alten Standort in der Blockhütte im Ortsteil Klausdorf. Für Arbeitsgemeinschaften und Einzelstunden weiter genutzt werden die Pavillonklassen aus dem Jahre 1970, die unter Kontrolle bei der Raumluft stehen und in denen Schüler über Kopfschmerzen klagen.

 

Dieses Stühlerücken war nötig geworden, weil die Gemeindevertreter wegen der roten Zahlen im kommunalen Haushalt einen weiteren Neubau am Schulzentrum mehrheitlich abgelehnt hatten. Erst beim Kassensturz nach der Erhöhung der Kreisumlage, der Entscheidung des Landes über den Finanzausgleich für die Kommunen und der des Bundes über die Steuerreform könne Altenholz abschätzen, wo es finanziell stehen werde, erläuterte Striebich. Die jetzt gefundene Raumlösung verband er ausdrücklich mit der politischen Formulierung im Beschluss, „derzeit“ sei nicht über einen Neubau entschieden.

 

Dass dies nur eine Lösung auf Zeit sein kann, betonte auch der Leiter des Gymnasiums. Peter Wenners sieht die Notwendigkeit, dass die Gemeindevertreter sich bis Februar 2011 darüber klar werden, ob sie künftig die Aufnahmezahlen begrenzen oder doch eine abgespeckte Neubaulösung realisiert wird.