Christian Hiersemenzel | kn | 22.10.2010  16:36 Uhr

 

Stifter Schulzentrum fehlen jetzt acht Räume

Nun doch: Abriss der Pavillons

 

Altenholz. Nun also doch: In den Pavillons am Stifter Schulzentrum können Experten eine Gesundheits-gefährdung durch Schimmel und Formaldehydspuren in der Luft nicht mehr ausschließen. Die acht Räume sind ab Montag gesperrt und sollen abgerissen werden. Bis Herbst 2011 entsteht ein Neubau.

 

Freigegeben für den Abriss: Die Pavillons am Stifter Schulzentrum sind zur Gesundheitsgefahr geworden.

Foto: Asmus

 

Die Anordnung sei eine reine Vorsorgemaßnahme, betonte Bürgermeister Horst Striebich. „Die Gesundheit ist in der Vergangenheit definitiv nicht gefährdet worden.“ Gleichwohl hatte er die Angelegenheit in dieser Woche für so dringlich erklärt, dass Schulleiter gebeten wurden, ihre Herbstferien abzubrechen und Donnerstag-nachmittag zum Gespräch zu kommen. Bereits am Morgen hatte der Verwaltungschef alle fünf Fraktionsvorsitzenden einbestellt, die von der Nachricht nur mäßig begeistert gewesen sein dürften - die Haushaltslage ist ohnehin schon unerfreulich.

 

 

„Es ist ein Volltreffer mitten in unsere Bemühungen, den Haushalt zu konsolidieren“, räumte Horst Striebich ein. Bei einer Sanierung der rund 40 Jahre alten Pavillons würde man jedoch „Geld verbrennen, das Problem wäre nicht gelöst und das schlechte Gefühl bliebe“. Altenholz werde einen weiteren Kredit nehmen müssen - immerhin bei günstigen Zinskonditionen. Dass die Politik fraktionsübergreifend ihre Zustimmung zum Neubau signalisiert habe, sei Glück im Unglück.

 

Wie viel ein Neubau kostet? In einem ersten Entwurf hatte die Verwaltung über 1,1 Millionen Euro gesprochen. Man müsse allerdings jetzt neu nachdenken und prüfen, in welcher Form ein Schulbau realisierbar ist, sagte Bauamtsleiterin Sigrid Köhncke. Nach ihren Angaben war die Raumluft bereits in der Vergangenheit regelmäßig untersucht worden. Feuchtigkeit könne man in den Bauten noch immer nicht feststellen. Eine Toxikologin der Eukos Umweltanalytik aus Plön indes habe in einer umfangreichen Untersuchung auf Werte hingewiesen, die, je nachdem, welche Skala man verwendet, nicht mehr tolerabel seien. Letztlich gebe es nur Richtwerte, sagte Bürgermeister Striebich, und zunächst gehe es um eine Momentaufnahme. „Aber beim möglicherweise unterentwickelten Immunsystem von Kindern sind andere Maßstäbe anzusetzen.“ Er wisse um die Emotionalität, mit der über das Thema öffentlich diskutiert werden dürfte. Dem begegne er jetzt offensiv.

 

In den Pavillons waren seit Schuljahresbeginn alle drei Schulen vertreten: Die Grundschule hatte hier ihren Werkraum und nutzte gemeinsam mit der Orientierungsstufe der Regionalschule den Musikraum. Letztere hatte gerade ihre Bibliothek hierhin umgesetzt, drei Räume wurden stundenweise von der gymnasialen Oberstufe besucht. Hinzu kamen zwei Zimmer als Möbellager.