16.02.2011   07:55 Uhr
aktualisiert:   07:59 Uhr

Schüler aus Châteaurenard zu Besuch an der Regionalschule

 

Bienvenue à Altenholz

 

 

Altenholz - „Hätte ich doch vor 30 Jahren statt Latein lieber Französisch gelernt“, bedauerte Bürgermeister Carlo Ehrich gestern, sprach dann im Ratssaal aber ein akzentfreies „Bienvenue à Altenholz“ aus: 23 Schülerinnen und Schüler aus der Partnerstadt Châteaurenard besuchen derzeit für zwei Wochen Gleichaltrige an der Altenholzer Regionalschule. Dort wählen immer weniger Mädchen und Jungen Französisch.

 

Besuch aus dem französischen Chateaurenard: Seit 1979 unterhält die Altenholzer Regionalschule (ehemals Realschule) eine Partnerschaft mit einer Schule in der Provence.

Foto: Christian Hiersemenzel

 

Rektor Thomas Haß betonte, dass man gerade ein neues Schulprogramm schreibe und darin der Austausch mit dem provençalischen Châteaurenard, inzwischen im 31. Jahr, wie auch die Pflege der französischen Sprache ganz oben stehen werde. „Wie wichtig ihr und der Austausch seid“, wandte er sich an die Jugendlichen, „könnt ihr daran erkennen, dass sich der Bürgermeister Zeit für euch nimmt.“ Früher sei die Wahl der zweiten Fremdsprache Französisch an der Realschule Altenholz obligatorisch gewesen. „Heute wählen von 52 Schülern nur noch 18 diese Sprache.“ Was im Vergleich zu anderen Einrichtungen noch immer viel sei.

 

Die Jugendlichen sind 13 bis 15 Jahre alt und wollen in den nächsten Tagen Kiel erkunden, die Fähre der Stena-Line besichtigen, zur Phänomenta nach Flensburg reisen und einen Stadtbummel durchs dänische Sonderburg unternehmen. Den Programmablauf haben die Lehrerin Ruth Hoffmann und ihre Kollegin Marie-Francoise Algrin organisiert. Diese hatte dem „jungen Bürgermeister der jungen Gemeinde Altenholz“ nach eigenen Worten die Sonne mitgebracht und nicht nur ein Säckchen Lavendel ausgepackt, sondern auch einen gehaltvollen Schnaps.

 

Welche Klischees die jungen Gäste von Deutschland im Kopf hatten, bevor sie sich auf die große Reise begaben? „Groß und blond“ hätten demnach die meisten hier sein müssen, blaue Augen inklusive. Ihre Häuser aus rotem Backstein müssten super aufgeräumt und sauber sein. Und ihre Sauce dürften sie demnach niemals genussvoll mit Baguette vom Teller wischen, sondern stets nur mit Kartoffeln vermusen. Es gibt noch so viel zu entdecken. noch so viel zu entdecken.

Link zu eigenen Fotos vom 15.02.2011