Eckernförder Nachrichten

 

 

REGIONALAUSGABE DER KIELER NACHRICHTEN

 

 

 

FREITAG, 4. NOVEMBER 2011                                                                                                                            SEITE 25

 

Grünes Licht für die Schulsozialarbeit

Einstimmiges Votum im Altenholzer Ausschuss

 

Altenholz. Nun also doch: Die politischen Vertreter in Altenholz bekennen sich einmütig zur Schulsozialarbeit und dazu, dass sie auch in dieser Gemeinde nötig ist – bezahlt wird sie jetzt allerdings bis zum Jahr 2013 aus Bundesmitteln und nicht wie vor ein paar Jahren, als es um die Entfristung einer anschließend gestrichenen Stelle ging, aus der Gemeindekasse. Der Schulausschuss fasste am Mittwochabend ein einstimmiges Votum und schuf damit die Voraussetzung, dass Altenholz bis Mitte November beim Kreis einen Antrag stellen kann.

 

„Schulsozialarbeit ist ein professionelles sozialpädagogisches Instrument in der Schule, das verbindlich vereinbarte und gleichberechtigte Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Schulalltag verankert“ heißt es im Konzept, das die Ausschussvorsitzende Barbara Suhr (AWG) gemeinsam mit der Verwaltung in enger Abstimmung mit dem Rektor der Regionalschule, Thomas Haß, verfasste. Insbesondere in der Regionalschule mit ihrer heterogenen Zusammensetzung sei diese Arbeit wichtig und notwendig. Ersetzt werde keinesfalls pädagogisches Geschick der Lehrer, heißt es. Man verspreche sich jedoch eine andere, vom Beurteilungszwang abgekoppelte pädagogische Qualität.

 

Bürgervorsteher Volker Clauß (CDU) wies dessen ungeachtet auf die Verantwortung der Eltern hin: Schulsozialarbeit könne allenfalls eine Hilfe sein, aber die Zuwendung und Korrektur von Erziehungsberechtigten niemals ersetzen. Die Schulausschussvorsitzende Suhr stimmte ihm insofern zu, als es sich „natürlich um ein Zusammenspiel von Eltern und Pädagogen“ handle. „Wir können hier aber kein Wertegrundsatzprogramm aufstellen.“ Und Uta Fischer, Rektorin der Claus-Rixen-Schule, gab zu bedenken, dass ein großer Prozentsatz der Eltern nicht erziehungsunwillig, sondern vielmehr –unfähig sei. „Viele von ihnen sind darüber selbst unglücklich.“

 

Unterdessen will die Regionalschule zum Beginn des nächsten Schuljahres im August 2012 Ganztagesangebote einführen. Um eine möglichst große Vielfalt zu erreichen, setzt man auf eine enge Zusammenarbeit mit dem benachbarten Gymnasium. Derzeit läuft an sämtlichen Grundschulen im Dänischen Wohld und dem Kieler Norden eine Umfrage, um den Bedarf festzustellen. Gespräche mit dem Sportverein TSV Altenholz führe man bereits, ebenso verhandle man mit einem Versorgungsunternehmen, informierte der Rektor Thomas Haß. Sein Kollege Peter Wenners, Direktor am Gymnasium, unterstützte ihn zwar in seinen Plänen. Nachmittagsbetreuung ist auch in seinen Augen wichtig. Gleichwohl seien die Zahlen ernüchternd: Von 1150 Altenholzer Gymnasiasten nehmen gerade mal 30 das Angebot wahr – „obwohl es gut ist“: Nach dem Essen können Kinder an Hausaufgabenhilfe und Projektkursen im sportlichen und naturwissenschaftlichen Bereich teilnehmen. Barbara Suhr nickte. „Am attraktivsten bleibt für die meisten doch, nach Hause zu gehen und abzuhängen.“

 

Baumaßnahmen sind nach Angaben von Thomas Haß nicht geplant. Stattdessen setze man auf einfache Mittel. „Uns ist bewusst, dass die Eltern das Angebot finanzieren müssen.“ Von einem ehrenamtlichen Engagement der Mütter und Väter könne man nicht ausgehen.

zel