30 Donnerstag, 1. Dezember 2011                    Altenholz · Dänischenhagen · Altenhof Nr. 281

 

Erneut Sparpaket für die Schulen

Kürzung um weitere zehn Prozent geplant

 

Altenholz. Der Schulausschuss der Gemeinde Altenholz hat am Dienstagabend ein Sparpaket  geschlossen, das Vertreter wie Jan-Nikolas Sonntag (CDU) als „nicht schön, aber notwendig“  bezeichneten. Wolfgang Lerch, Leiter der Helene-Diekmann-Förderschule, warnte bei allem Verständnis davor, dass künftig Kernaufgaben nicht mehr erfüllbar seien.

Von Christian Hiersemenzel

 

In den vergangenen Wochen hatten sich die Schulleiter mit Vertretern von Politik und Verwaltung zusammengesetzt und unter anderem darauf geeinigt, das Schulbudget um zehn Prozent und damit etwa 20 000 Euro zu kürzen. Das allerdings reicht nach Auffassung der CDU- wie AWGFraktion nicht aus, und deshalb will man den Schulen zum neuen Jahr eine Kürzung um weitere zehn Prozent auferlegen. Aus ihrem Budget bestreiten die Schulen den laufenden Betrieb und bezahlen damit neue Lehr- und Lernmittel, einen Großteil ihrer Kopierkosten und Schulveranstaltungen.

 

Uwe Johanning (SPD) forderte seine Ausschusskollegen auf, ein bildungspolitisches Zeichen zu setzen, und bezog sich auf die aktuelle Bertelsmann-Studie. Zwar hatte Rendsburg-Eckernförde darin im norddeutschen Vergleich gut abgeschnitten. „Man sieht aber, dass Bildungs- und Lebenschancen auch mit Geld zu tun haben: Wo viel investiert wird, ist auch die Bildung besser“, sagte Uwe Johanning. Die Gemeinde solle auf eine weitere Kürzung des Budgets um zehn Prozent verzichten.

 

Wiebke Hirschfeld (AWG) widersprach. Die Unterschiede im Bildungsbereich könnte man „auch am unterschiedlichen Schulsystem festmachen“. Im Übrigen halte sie es für zu kurz gegriffen, schulische Erfolge nur an Ausstattungsfragen festzumachen. Es gebe in Kiel Schulen, die baulich in einem schlechten Zustand sind, aber dennoch hervorragende Arbeit leisteten. Und die Sozialausschussvorsitzende Heide König (CDU) merkte an, dass man „auf hohem Niveau“ klage. Die Ausstattung der Altenholzer Schulen würde lediglich reduziert, seien aber noch immer überdurchschnittlich. Dass die Gemeinde erst kürzlich den Platzmangel am Gymnasium und der Regionalschule entspannte, indem sie neues Gebäude errichten ließ, dürfe bei der Debatte nicht vergessen werden.

 

Die Verwaltung hatte dem Ausschuss eine Sparliste zur Unterhaltung von Grundstücken und Gebäuden vorgelegt, die mit Ausnahme der Grünen auf Zustimmung stieß: Insgesamt betragen die Kürzungen etwa 67 000 Euro. Darüber hinaus müssen die Schulen bei den sogenannten geringfügigen Wirtschaftsgütern sparen, was insgesamt zu einer weiteren Reduzierung von 52 000 Euro führt.

 

Die Worte von Wolfgang Lerch, aber auch mahnende Worte seiner Kollegen brachten nicht nur Bürgervorsteher Volker Clauß (CDU) zum Nachdenken. Sollte 2012 der laufende Betrieb nicht mehr zu gewährleisten sein, müsse nachverhandelt werden.

 

Die Verwaltung hatte dem Ausschuss auch vorgeschlagen, den Jahresempfang nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen und damit 1200 Euro zu sparen. Bürgermeister Carlo Ehrich erklärte, dass man den Fraktionen lediglich Vorschläge mache – die politische Verantwortung liege bei der Selbstverwaltung. Das allerdings bezeichnete Bürgervorsteher Volker Clauß (CDU) als fragwürdig. Der Bürgermeister habe eine politische Funktion. Der Jahresempfang stärke im Übrigen das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger und würdige das Ehrenamt. In diesem Punkt herrscht in diesen Tagen seltene Einigkeit.