31. August 2012

Auf den Spuren von Anne Frank

Schüler regen mit Radiospots zum Nachdenken an

 

Altenholz. Sie sind etwa im gleichen Alter, doch ihre Leben können unterschiedlicher nicht sein. 27 Schüler der Klasse 8a der Regionalschule Altenholz haben sich mit dem jüdischen Mädchen Anne Frank und dem Holocaust auseinandergesetzt. Sie nehmen Radiobeiträge dazu auf und sind tief beeindruckt von

dieser starken Frau, die eigentlich noch ein Mädchen

war, die verfolgt wurde, sich verstecken musste und im Konzentrationslager starb.

Von Friederike Hiller

 

„Die Idee ist, das sperrige Thema für die Schüler erlebbar zu machen. Für einen Fünf-Minuten-Podcast muss man sich richtig Gedanken machen

und diese dann in Worte fassen“, erklärt Werner Nowitzki, Radioproduzent von Deutschradio24sieben. 120 Klassen zwischen der 5. und 11. Stufe machen landesweit bei dem

Radiowettbewerb Einstellungen – Mit dem Mikrofon auf Spurensuche im Zusammenhang mit der Anne-

Frank-Ausstellung mit.

Louisa Kuzla, Sina Wimmer und Sharin Olesch (v. l.) wollen zum Nachdenken über den Holocaust anregen.                                                   Foto Hiller

 

www.deutschradio24sieben.com

Es ist ein Pilotprojekt der AKJS (Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein) in Kooperation mit Deutschradio24sieben. Die Klasse der Geschichts- und Deutschlehrerin Nicole Wommelsdorf ist euphorisch dabei. Die 13- und 14-Jährigen sprudeln vor Ideen und wollen am liebsten sofort damit beginnen, ihre Mitschüler zu fragen, was für sie Freiheit bedeutet, ob es Ausgrenzung auch heute noch gibt und was sie mit dem Holocaust verbinden.

 

Vor zwei Wochen hat die Klasse die Ausstellung in Kiel besucht und anschließend wurden Referate über Holocaust, den Zweiten Weltkrieg und die Konzentrationslager gehalten. „Die Schüler waren ergriffen, ein Mädchen hatte beim Referat über das KZ Tränen in den Augen“, berichtet Wommelsdorf. „Es ist krass, wie ein Mädchen in unserem Alter damit klarkommen musste. Sie hatte keine Freunde mehr und musste sich verstecken“, sagt Louisa Kuzla (14). „Es ist schockierend, was Anne Frank durchgemacht hat. Aber ich bewundere, wie stark sie geblieben ist und wie viel Lebensfreude sie noch hatte“, erklärt Sina Wimmer (13). Die Schülerinnen wollen mit dem Radiobeitrag zum Nachdenken anregen. Nachdenken darüber, wie gut es die Jugendlichen heute haben und dass sie das auch zu schätzen wissen sollten. Nachdenken über die Folgen, die Ausgrenzung hat und, dass damit ein ganzes Leben zerstört werden kann. Sharin Oleschs (13) Fazit: „Nicht unterdrücken lassen, die eigene Meinung sagen und dazu stehen.“

 

Bis zum 24. September haben die Schüler Zeit für ihre Arbeiten. Ab dem 25. beginnt im Internet die Abstimmung für die besten Beiträge. Es gibt Preise zu gewinnen, beispielsweise mit der Rapband Blumentopf aus München, einen Song zu schreiben.