16,. Januar 2013

 

„Ganz ehrlich, die Beiratsarbeit macht Spaß“

Altenholz: Kinder- und Jugendbeirat formierte sich neu – Noch mehr Mitarbeit erwünscht

 

Der neue Kinder- und Jugendbeirat (von links): Michele Seiler, Jan-Niklas Pott, Bente Johannsen, Jonas Wagener, Jonna Döring, Nina Theel, Yannek Steinweg, Carla Hunklinger.                             Foto C. Müller

 

Altenholz. Der Kommunalpolitik Anregungen geben, ohne Fraktion die Interessen Gleichaltriger vertreten: Das ist die Aufgabe des gemeindlichen Kinder- und Jugendbeirates Altenholz. Am Montagabend formierte sich das Gremium, in dem Vertreterinnen und Vertreter der Schulen, Jugendeinrichtungen und -organisationen sitzen, neu.

Von Cornelia Müller

 

Was sich attraktiv anhört, ist nicht so einfach in die Realität umzusetzen. Die Zahl derer,  die sich in die politischen Gremien trauen oder zumindest am Rande Rathausluft schnuppern wollen, ist nicht sehr groß. So fehlten bei der Sitzung im Gemeindezentrum sogar die Vertreter des Jugendzentrums Tümpel in Klausdorf sowie der Jugendfeuerwehr, obwohl Neuwahl angesagt war.

 

„Ihr könnt euch trauen. Die  Sache ist interessant. Die Politiker sind immer sehr erfreut, wenn wir dabei   sind. Und sie sind hilfsbereit, genauso wie die Leute im Rathaus“, ermunterte Oke Petersen. Der 17-Jährige hat den Jugendbeirat zwei Jahre geleitet, zwei Jahre war er Stellvertreter. Noch einmal wollte er sich nicht zur Verfügung stellen. „Meine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker geht jetzt jeden Tag so lange, dass ich es nicht mehr schaffe, zu Sitzungen zu gehen“, sagte er. „Doch ganz ehrlich, die Beiratsarbeit macht Spaß. Und ich gebe gerne Tipps.“

 

Das war die Ermutigung für den 16-jährigen Jonas Wagener. Die Schüler des Gymnasiums Altenholz hatten ihn als einen ihrer Vertreter entsandt, und er meldete sich jetzt – zuerst noch ein wenig unsicher – für den ehrenamtlichen Job. Regionalschülerin Jonna Döring, ebenfalls 16, ließ sich nach kurzem Überlegen zur Stellvertreterin wählen. Die beiratserfahrene Michele Seiler (16), die inzwischen bei der Gemeinde in der Ausbildung ist und das Jugendzentrum Oase vertritt, hatte ihr Unterstützung zusagte. Oke betonte, dass niemand zwei Jahre dabei bleiben müsse. „Man kann immer nachwählen.“

 

Auch für die Gemeindevertretung und die Ausschüsse stellten sich deshalb schnell je zwei Jugendliche zur Verfügung. „Was passiert denn in so einem Ausschuss?“, wollte Bente Johannsen (16) aus der Kirchengemeinde erst einmal wissen. Und Jonas fragte sich, ob er zur Gemeindevertretung im Anzug erscheinen müsse. Die bisherigen Aktiven konnten lachend Entwarnung geben. Die künftigen „Jugendpolitiker“ erfuhren, dass sie vor jeder Sitzung einen Stapel Unterlagen bekommen und während der Diskussion „einen Einblick bekommen, was in Altenholz abgeht und wie Entscheidungen entstehen“, unterstrich Oke. Auf einen Anreiz wies Bianca Hess hin, Chefin des Amtes für Bürgerdienste: „Ihr bekommt pro Abend 20 Euro Sitzungsgeld.“ Der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Dieter Jacob, der nach der Bauausschusssitzung dazustieß, ermunterte: „Wir möchten Kontakt mit euch. Wir helfen gern, wenn ihr den Durchblick verliert.“ Das ist der neue Jugendbeirat mit Vertretern und Stellvertretern in den Gremien: Jonas Wagener, Jonna Döring, Bente Johannsen, Michele Seiler (alle 16), Jan Niklas Pott (19), Yannek Steinweg (15), Nina Theel, Carla Hunklinger (beide 14). Die nächste Sitzung, bei der künftige Themen besprochen werden, ist am Montag, 4. März um 18 Uhr. Der Beirat will sich auf Facebook präsentieren.

 

Anmerkung der Schule: Im Jugendbeirat und auch in der Gemeindeverwaltung sind mehrere ehemalige Schülerinnen und Schüler unserer Schule.