Freitag, 1. März 2013

Lampenfieber ist auch dabei

63 Altenholzer Regionalschüler proben auf Schloss Noer mit ihren Theater- und Musikkursen

 

 

Der Zauberer von Oz mit Rap: Achtklässler proben auf Schloss Noer das von ihrer Lehrerin Anica Gehrmann umgeschriebene Stück.                                                                                                                         Fotos Hiller

 

Altenholz/Noer. Tangomusik ertönt im Schloss Noer. Leise zählen die Schüler den Takt mit, während sie Schritte vor und wieder zurücklaufen. Der Wahlpflichtkurs Vorhang auf – Bühne frei der neunten und zehnten Klasse der Regionalschule Altenholz probt eine tänzerische  Gruppenszene. Insgesamt 63 Schüler üben von Mittwoch bis Freitag Theater und Musik.

Von Friederike Hiller

 

Siebtklässlerinnen geben sich fürs Theater auch gerne mal zickig.

 

 

Ein roter Rock flattert durch den Raum. „Das ist der Renner, um den reißen sich die Schülerinnen“, erzählt Lehrerin Anica Gehrmann. In diesem Jahr probt sie mit den Ältesten ein „relativ schwieriges Stück“. Es geht um die Suche nach dem persönlichen Glück und die Erkenntnis zum Schluss, das Glück gefunden zu haben, wenn man zu sich selbst steht. „Dabei kann man mal so richtig die Sau rauslassen“, freut sich Lena (14). Sie liebt es, zu übertreiben und in die Rolle eines anderen Menschen zu schlüpfen. „Mal zickig sein“ macht Kyra (14) Spaß. Beide sind bereits zum dritten Mal mit dem Wahlpflichtkurs Theater auf Schloss Noer und freuen sich, dabei zu sein. „Hochkonzentriert auf das Theater zu sein ist toll. In den zwei Stunden in der Schule kommt man zu nichts“, sagt Lena. Zwei Stunden pro Woche Theater stehen auf dem Stundenplan des Wahlpflichtkurses. Ein bisschen Lampenfieber ist bei Kyra dabei, „das gehört dazu“.

 

Neben den Großen proben der Wahlpflichtkurs Band/ Musik unter Leitung von Maren Bunk, die Flöten-AG mit Ulrike Gehl und der Theaterkurs der siebten Jahrgangsstufe mit Lehrerin Katja Coordes das Stück Take Five und der achten Stufe mit Renate Mönig den Zauberer von Oz, den Gehrmann für die Schüler umgeschrieben hat. Für Gehrmann ist es die letzte Theaterprobenzeit auf Schloss Noer. Zum etwa 20. Mal leitet sie die Schüler mit Herzblut an und hofft, wenn sie im Sommer in den Ruhestand geht, dass ihre Kolleginnen Coordes und Mönig ihr Projekt fortführen. Und dass die Stücke bis zum Sommer aufgeführt werden können – Termine stehen noch nicht fest.

 

„Wir lernen hier die Kinder so anders kennen, und sie werden durch das Theaterspielen selbstbewusster“, schwärmt Gehrmann. Konzentration in den Sälen, Textlernen auf den Zimmern, Lachen in den Pausen, und dann gehen sie gemeinsam an den Strand: Die Musik- und Theatertage auf Schloss Noer schweißen zusammen.