Donnerstag, 30. Mai 2013

Jeder Cent hilft Flüchtlingen in Not

30 Konfirmanden aus Altenholz sammeln für den guten Zweck – Jugendliche bekommen viel positive Resonanz

 

Lynn (vorne links) und Johanna haben mit den Konfirmanden aus Stift für Flüchtlinge in Syrien gesammelt.    Foto Hiller

 

Altenholz. Aus Theorie wird Praxis: Was Nächstenliebe bedeuten kann, erfahren die zwei Konfirmandengruppen in Altenholz-Stift. Sie haben sich mit dem Flüchtlingsproblem in Syrien auseinandergesetzt. Jetzt wollen sie helfen, sammeln Spenden und lassen sich Aktionen einfallen.

Von Friederike Hiller

 

Die Münzen klingeln in den blechernen Spendendosen. Gerne schütteln die 30 Konfirmanden sie hin und her, denn der Klang bedeutet, dass einiges zusammengekommen ist. 430 Euro hat die erste Gruppe gesammelt. Die Schüler sind an die Haustüren gegangen und haben Passanten angesprochen. Die zweite Gruppe zählt das Ergebnis noch aus und dann sollen weitere Aktionen starten. Zudem haben alle in ihren eigenen Familien um Spenden gebeten.

 

„Es ist ein Elend, was sich da breitmacht. Hilfsorganisationen schreien um Hilfe. Und es passiert fast nichts“, erklärt Pastor Dirk Große die Idee. Etwa 1,5 Millionen Flüchtlinge seien in Lagern aufgefangen worden. „Ich habe den Konfirmanden die Frage gestellt: Was brauchen die?“, so Große. Und wie kann die Logistik funktionieren, wie kommen Lebensmittel und Wasser zu den Flüchtlingen? Der Pastor rechnete vor, dass eine Familie dort mit 35 Euro einen Monat lang das Wichtigste zum Leben hätte. Sofort seien die Konfirmanden bereit gewesen, zu helfen. Der hehre Wunsch, in zwei Wochen 10 000 Euro zusammenzubekommen, sei zwar nicht realistisch, so Große, aber mit einer Summe zwischen 500 und 2000 Euro könnten die Jugendlichen es schaffen.

 

„Die Leute waren sehr offen und haben gerne etwas gegeben“, erzählt Lynn. „Sie waren sehr freundlich, aber durch den Zettel von Pastor Große haben sie uns mehr geglaubt“, ergänzt Johanna. Ein Zettel autorisiert die Konfirmanden als Spendensammler für die kirchliche Aktion. Kira hat nicht so Positives zu berichten: „Einige ältere Menschen haben gleich Nein gesagt und die Tür zugeknallt sobald wir das Wort Spenden erwähnt haben.“

 

Johanna hat noch eine Idee: Sie möchte Herzen nähen, denn das Herz sei das Symbol für Liebe und Menschlichkeit. Diese möchte sie an Passanten verkaufen. Eigentlich wollte sie sich damit am Sonntag vor einem Wahllokal positionieren, doch das sei von der Gemeinde nicht erlaubt worden. Lena könnte sich vorstellen, dass die Schulband der Regionalschule für den guten Zweck spielt. Auch Kuchenverkauf und die Kollekte im Gottesdienst waren Ideen.

 

Pastor Große wird den Betrag dann an die UNO Flüchtlingshilfe weiterleiten.

UNO Flüchtlingshilfe,

Kontonummer 20008850, BLZ 37050198, Köln-Bonn

 

Anmerkung der Schule: 9 der abgebildeten Konfirmanden gehen auf die Regionalschule Altenholz