9. April 2014

 

Nein-Sagen“ und lernen, sich zu wehren

 

Schüler trainieren, sich in Gefahrensituationen selbst zu behaupten

 

Altenholz. „Au“, entfährt es Justin (11), als er mit aller Kraft versucht, das Handgelenk von Trainer George Küchler festzuhalten. Dieser winkelt seinen Ellenbogen an, verlagert sein Gewicht in Richtung Justin und setzt einen Fuß zur Seite. Justin beugt sich automatisch nach vorn über, das vermeintliche Opfer hat die Oberhand gewonnen.

Von Friedrike Hiller

 

Trainer Claus Bruß zeigt den Schülern der 6a, wie man richtig kickt.             Foto Hiller

 

Die Handgelenksbefreiung ist nur eine der Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungsübungen, die die Klasse 6a der Regionalschule Altenholz am Dienstag lernt. Die Klassenlehrerin Ilka Busch und ihre Kollegin Birgit Noack hatten den Tag geplant, um die Lebenskompetenz der Schüler zu fördern, wie Busch erklärt. Doch es geht nicht nur darum, dass die 21 elf- bis 13-Jährigen Körpersprache und das „Nein-Sagen“ lernen, sondern die Lehrerinnen wollen auch die Klassengemeinschaft und das Miteinander stärken.

 

Der Sportlehrer Heiko Schulze stellt seine Sportstunden dafür zur Verfügung und wird gleich in das Training von Claus Bruß, Leiter des Sport- und Gesundheitszentrums Wellsee, und seinen Mitarbeiter Küchler mit eingebunden. Sie geben Kurse für Gewaltprävention auch an Schulen.

 

Heiko Schulze streckt die Hände vor dem Gesicht aus und blockt den Angreifer ab. So

lernen die Schüler zugleich auch, wo Grenzen sind, diese einzuhalten und nicht zu überschreiten. „Selbstverteidigung macht Spaß“, findet Julia (12). Den Spaß dabei zu behalten ist für die Trainer ebenso wichtig, wie das Üben. Ein Ziel des Kurses sei es, dass die Kinder Lust an beispielsweise WingTsun als Selbstverteidigungssportart bekommen, sich weiter damit auseinandersetzen und sich vielleicht auch einen Verein suchen und weiter machen wollen. „Die Gewalt an Schulen wird von Tag zu Tag mehr“, erklärt Bruß sein Engagement und ist sich sicher, dass „man früh genug anfangen muss mit der Gewaltprävention.“ Neben WingTsun geben sie auch Einblicke in Karate, Taekwondo und Jiu Jitsu.

 

    Nikolai wehrt Trainer George Küchler ab.       Foto Hiller

 

Teamarbeit, Teamfähigkeit, Kommunikation, Gefühle und das Stressempfinden waren bereits vor dem körperlichen Training Thema in der Klasse. Die Schulsozialarbeiterin Birte Plewka-Eilenstein hatte mit der Klasse gearbeitet. „In Kombination mit der Körpersprache ist es wichtig, genau zu signalisieren, was ich will“, erklärt sie, was sie bei den Kindern erreichen möchte.