Freitag, 12. September 2014

Gemeinsamkeit macht Schule

Gymnasium und Gemeinschaftsschule vernetzen sich bei den Nachmittagsangeboten

Altenholz. Gymnasium und Gemeinschaftsschule Altenholz gehen neue Wege der Kooperation. Ab sofort bieten sie 19 gemeinsame Arbeitsgemeinschaften an allen Nachmittagen für ihre insgesamt fast 1450 Schüler an. Alle Gruppen sind mehr als gut gebucht. Die Gemeinde hat dafür eine Koordinatorin eingestellt.

Von Cornelia Müller

 

Gemeinsames Werkeln macht Spaß (hinten von links die Koordinatoren Carola Wulff, Lars Hollesen, Margarete Ehlers). Foto C. Müller

Jubel im Werkraum der Gemeinschaftsschule. Lehrerin Margarete Ehlers verkündet den 14 Mädchen und Jungen beider Schulen, dass sie aussuchen dürfen, was sie künftig in der Stunde bis 15 Uhr aus Holz fertigen wollen. Ein Nagelbild für den Bruder soll es hier sein, ein Flipperautomat oder „ein Megalaster mit acht Rädern“ dort. Im Gymnasium lernen sich gerade Gemeinschaftsschüler und die Bläser der schon bestehenden Youngster Bigband kennen, um nun zusammen Swing und Co. zu proben.

„Wir wollen enger zusammenwachsen“, bekunden die Schulleiter Thomas Haß von der Gemeinschaftsschule und Peter Wenners vom Gymnasium. „Wir teilen uns den Schulhof, sind ein Schulzentrum. Jetzt rückt jeder in mehrerlei Hinsicht an den anderen heran. Davon profitieren zuerst Schüler, aber auch Lehrer.“ Darüber hinaus haben beide Schulen einen Kooperationsvertrag geschlossen, der sich auf den Schulbesuch bezieht: Wer an der Gemeinschaftsschule den mittleren Bildungsabschluss macht, kann ohne Probleme und bevorzugt von externen Gemeinschaftsschüler aufs Gymnasium nebenan wechseln. Haß: „Für Kinder, die im Gymnasium nicht gut klarkommen, gilt das Gleiche in umgekehrter Richtung. Niemand braucht sich mehr vor räumlichem Wechsel zu fürchten, die Freunde sind weiterhin nah dran.“

Das Gymnasium ist bereits offene Ganztagsschule. Die Gemeinschaftsschule ist es auf dem Papier noch nicht aber de facto. Beide Schulen hatten schon Nachmittagsangebote. Wenners: „Aber die Schwerpunkte waren unterschiedlich, was auch an Räumlichkeiten liegt. Unsere musischen Angebote kommen schon jetzt bei den Gemeinschaftsschülern prima an. Die spannenden handwerklichen Kurse in der Gemeinschaftsschule werden von unseren Kindern begeistert angenommen.“ Auch bei der Hausaufgabenbetreuung helfen sich die Nachbarschulen jetzt aus.

97 Schüler besuchen die 19 Kurse, die auch Sport umfassen, schon in der ersten Woche – 40 Kinder aus dem Gymnasium, 47 aus der Gemeinschaftsschule. „Wir rechnen mit einer steigenden Zahl“, sagen die neue Koordinatorin Carola Wulff sowie die Ansprechpartner für die Kollegien, Margarete Ehlers und Lars Hollesen. Wulff ist wie die Schulleiter überzeugt, dass das Schulzentrum sich so mehr mit der Außenwelt vernetzt. Ein Selbstverteidigungskurs mit einer externen Pädagogin aus Altenholz und Gitarrenunterricht mit Lehrern der Musikschule Kiel sind erste Beispiele. Und die Schulleiter haben weitere Ziele: „Eine gemeinsame Mensa, in der dann auch die Grundschüler essen, wäre ein Traum.“