Samstag, 28 März 2015

Gymnasien bekommen mehr Schüler

 

Anmeldezahlen für das Schuljahr 2015/16 liegen vor – Wegfall der Schulartempfehlung trifft die Gemeinschaftsschulen

 

Altkreis Eckernförde. Auch in Eckernförde und im Dänischen Wohld stellen sich weiterführende Schulen dem Wettbewerb. Wie gut sind die Angebote? Wie hoch ist das Ansehen? Welche Auswirkung hat der Wegfall der Schulartempfehlung? Für Eltern geht es vor allem darum: Welche Unterrichtsform ist für mein Kind die beste? Die Weichen sind jetzt gestellt, die Anmeldungen für das Schuljahr 2015/16 liegen vor.

Von Cornelia Müller, Uwe Rutzen und Burkhard Kitzelmann

 

Gemeinschaftsschule Altenholz: Die Schüler teilen sich den Pausenhof mit denen des Gymnasiums und der Grundschule. Im August gibt es Verschiebungen bei den Einschulungen in die beiden weiterführenden Schulen.                                  Foto C. Müller

 

Nach Ablauf der Anmeldefrist gab es in Eckernförde ein kollektives Aufatmen. 109 Fünftklässler werden nach den Sommerferien das Jungmann-Gymnasium besuchen. Schulleiterin Jutta Johannsen spricht von einem „soliden vierzügigen Bereich“ und sieht die Schule für die Zukunft gut aufgestellt.

An der Peter-Ustinov-Schule stellte sich vor allem die Frage: Wie viele Bewerber können wir nicht annehmen? Die Antwort: Es waren in diesem Jahr 34. Da die Gemeinschaftsschule seit der Entstehung vierzügig angelegt ist, werden alljährlich exakt 98 Fünftklässler aufgenommen. Viele der Eltern, deren Kinder keine Zusage erhielten, haben sich inzwischen für die Grund- und Gemeinschaftsschule (GGS) am Standort Nord entschieden.

Die insgesamt 108 Anmeldungen, auf die der stellvertretende Schulleiter Eike Petersen verweist, sorgen für Zufriedenheit und bedeuten Fünfzügigkeit in kleineren Klassen. Neu an der GGS ist, dass ab dem neuen Schuljahr erstmals Profilklassen gebildet werden. Gewählt werden kann zwischen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sowie Sport und Kunst. Es kann aber auch eine Klasse ohne Profil gewählt werden.

Die Isarnwohld-Schule in Gettorf, ein Gymnasium mit Gemeinschaftsschulteil, bekommt im Sommer 133 neue Fünftklässer. Der Rückgang gegenüber 2014 um 17 Kinder dürfte vor allem auf den demografischen Wandel zurückzuführen sein. „Wir haben weniger Viertklässler als in den vergangenen Jahren“, so Schulleiterin Marion Burkhart. 2014 wurden jeweils 75 Kinder für das Gymnasium und für den Gemeinschaftsschulteil angemeldet. In diesem Jahr gibt es für das Gymnasium 79 und für den Gemeinschaftsschulteil 54 Anmeldungen. Dass der Gymnasialteil trotz allgemein sinkender Schülerzahlen sogar leicht zulegen konnte und seine Dreizügigkeit behält, liegt nach Auskunft von Marion Burkhart am Wegfall der verbindlichen Schulartempfehlungen am Ende der Grundschulzeit.

Einen starken Rückgang um 21 Anmeldungen gibt es dagegen im Gemeinschaftsschulteil. Nach dem bisherigen Stand würde dies bedeuten, dass dieser Schulteil von einer Drei- auf eine Zweizügigkeit zurückfällt. Die Leiterin der Isarnwohld-Schule schließt jedoch nicht aus, dass es – nicht zuletzt aufgrund der stark steigenden Asylbewerberzahl – noch weitere Anmeldungen geben wird und damit die Dreizügigkeit erhalten bliebe. Aktuell besuchen vier Flüchtlingskinder den Gemeinschaftsschulteil.

Auch in der Gemeinde Altenholz hat der Wegfall der Schulartempfehlung Folgen. Gemeinschaftsschulleiter Thomas Haß: „Wir können erstmals nur zwei Klassen bilden. 50 Kinder wurden angemeldet, acht weniger als im Vorjahr. Ich führe es darauf zurück, dass es die Empfehlungen nicht mehr gibt, denn in gleichem Zug steigen die Zahlen am Gymnasium, mit dem wir kooperieren.“ Das bestätigten auch Schulleiterkollegen in Flintbek und Kronshagen, „wo es die gleiche Entwicklung gibt“. Für Altenholzer Schüler, die während des Schuljahrs zur Gemeinschaftsschule wechseln wollen, könnte das zum Problem werden. „Natürlich ist eine Schrägversetzung möglich. Da aber beide Klassen voll sind, wird ein Übergang zu uns wohl erst zum Schuljahr 2016/17 möglich“, erläutert Haß. Und die Gemeinschaftsschule werde Lehrkräfte abgeben müssen.

Das Gymnasium Altenholz zählt 128 Anmeldungen und kann dagegen fünfzügig starten. Schulleiter Peter Wenners ist darüber froh, nachdem im Vorjahr erstmals nur 85 Kinder angemeldet wurden und lediglich drei Parallelklassen zustande kamen. „Auch davor waren es auch nur je vier, obwohl wir normalerweise fünf- oder sogar sechszügig beschulen“, schlüsselt er auf. Für ihn liegt die Ursache nicht so klar auf der Hand, zumal die Verteilung der Schüler-Wohnorte gleich blieb. So kommen wieder 45 Prozent der Schüler aus Altenholz und die übrigen aus dem Umland oder aus Kiel-Holtenau oder Kiel-Schilksee. Die Zahl der ehemals realschulempfohlenen Schüler war an diesem Gymnasium in der Vergangenheit „mit rund 20 Prozent relativ gering“. Wie hoch die Zahl der Neuen mit weniger guten Noten in Mathe und Deutsch diesmal ist, steht noch nicht fest.