7. Juli 2015

Wie die Roboter mobil werden

Drei Schüler holten den Roberta-Landespreis nach Altenholz – Zweite Gruppe errang den vierten Platz

Von Cornelia Müller

 

Danny, Jette und Cathleen (vorn v.l.) bauten die Labyrinth-Roboter und holten Platz eins. Einer ist davon vorn links zu sehen. Jamie, Nils, Aleksandar und Justin (hinten) kamen mit ihrer Roboter-Choreographie auf Platz vier. Der dunkle Roboter ist ihr Preis.            © Cornelia Müller

Altenholz. Orientierungskünstler und tanzender Elvis machen Furore: als Roboter, ausgetüftelt und programmiert von sieben Schülern der Klasse 8n der Gemeinschaftsschule Altenholz. Drei haben jetzt den Roberta-Landespreis geholt. Die anderen vier haben Platz vier erreicht. Sechs kleine Roboter mit Rädern brachten sie in ihrer Freizeit eigenständig auf Trab.

Was bringt Achtklässler dazu, sich über den Unterricht hinaus über Aufgabenstellungen für Schüler zu beschäftigen? „Es macht einfach Spaß. Und es ist Ansporn, mit anderen im Wettbewerb zu stehen“, sagt Jette Ludolph. Sie, Cathleen Matzen und Danny Goß sind diejenigen, die zwei Gefährte aus Lego-Roboterbausätzen so programmierten, dass sie in weniger als einer Minute ein unbekanntes Labyrinth durchfahren konnten. Mit Hilfe von Laser- und Berührungssensoren schafften ihre Modelle das in 51 und in 56 Sekunden.

Eine Superleistung: Dafür sprach ihnen die Jury bei der Präsentation der Hightech-Geräte in Kiel, wo Schulen aus dem ganzen Land antraten, Platz eins der Kategorie Labyrinth A zu.

Was steckt hinter dem Roberta-Wettbewerb? Das Fraunhofer-Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme hat die Bildungsinitiative in die Schulen des Landes gebracht. Das Bildungsministerium fördert sie und sorgt dafür, dass Roberta-Schulen mit variablen Lego-Roboterbausätzen ausgestattet werden. Seit 2013 ist die Gemeinschaftsschule Altenholz dabei. Lehrerin Margarete Ehlers, die die naturwissenschaftliche Profilklasse 8n führt, nahm das Thema Roboter und Programmierung im ersten Schulhalbjahr 2014/15 mit den Jugendlichen durch. Für die sieben stand danach fest: „Wir machen auch nach dem Unterricht einmal pro Woche weiter.“

„Wir wollten unbedingt beim Landeswettkampf dabei sein“, sagt Jamie Leon Petersen. Er baute mit Nils Füllgraf, Justin Zimmermann und Aleksandar Veljkovic für die Kategorie Choreographie A vier Roboter: Ein weißer „tanzte“ zu einem Elvis-Song vorn solo, dahinter bewegten sich drei schwarze synchron als Rhythmusgruppe. „Leider passierten bei der Show ein paar kleine Fehler“, räumt die Gruppe ein. „Aber wir wissen jetzt, was es war. Beim nächsten Mal sind wir besser.“ Und noch etwas zählt für die Sieben: Sie verstehen sich als ein einziges Team.

Die Idee hinter dem Konzept

Das Roberta-Konzept des Fraunhofer Instituts für intelligente Analyse- und Informationssysteme ist auf die spielerische Förderung von naturwissenschaftlichem und technischem Verständnis ausgerichtet. Ein Schwerpunkt ist, Mädchen den Bereich schmackhaft zu machen. 76 schleswig-holsteinische Schulen übernahmen das Konzept 2013 in den Wahlpflichtunterricht. Das Bildungsministerium in Kiel unterstützt mit 400 000 Euro. Was aus den Lego-Roboterbausätzen konstruiert wird, ist keine Spielerei. Vermittelt werden Grundlagen, die Anwendung in Industrie und anderen Bereichen finden. Mähroboter verwenden die Technik, mit denen die Altenholzer ihre Modelle ins Labyrinth schickten. com

Eigene Bilder vom Wettbewerb