4. Februar 1016

 

„Gewalt auf dem Schulhof hat zugenommen“

Sozialarbeiterinnen wünschen sich mehr Zeit für ihre Arbeit – Prävention ist wichtig

Altenholz. Mehr Zeit für ihre Arbeit: Das wünschen sich die vier Schulsozialarbeiterinnen, die in Altenholz an der Claus-Rixen-Schule, der Gemeinschaftsschule sowie am Gymnasium eingesetzt werden. Sorgen bereiten ihnen unter anderem die zunehmende Gewalt auf dem Schulhof sowie die Betreuung von Flüchtlingskindern.

„Die Zunahme von Respektlosigkeit gegenüber Menschen und Dingen im Grundschulbereich ist erschreckend“, sagte Ulrike Kaffka-Brückner am Dienstag im Schulausschuss Altenholz. „Die körperliche Gewalt auf dem Schulhof hat zugenommen“, bestätigte ihre Kollegin Ursula Rottscholl, die ebenfalls an der Klausdorfer Claus-Rixen-Schule arbeitet: „Deshalb ist Präventionsarbeit so wichtig.“ Die gehört auch bei Birgit Kummutat an der Stifter Außenstelle sowie Birte Plewka-Eilenstein an Gemeinschaftsschule und Gymnasium zu Schwerpunkten der Schulsozialarbeit.

Ein weiteres Sorgenthema an den Schulen ist die Betreuung von Flüchtlingskindern.  

Etwa 360 Erst- bis Viertklässler werden an der Claus-Rixen-Schule unterrichtet, davon 78 in der Außenstelle am Stifter Wald, erklärte Schulleiterin Andrea Eick. An der Gemeinschaftsschule und dem Gymnasium Altenholz ist Schulsozialarbeiterin Plewka-Eilenstein für insgesamt etwa 1400 Kinder zuständig. Sie habe aber „so gut wie keine Zeit für Flüchtlingskinder – vierteilen kann sie sich nicht“, sagte Schulleiter Thomas Haß.

Die Betreuung der Flüchtlingskinder ist denn auch ein weiteres Sorgenthema in der Schulsozialarbeit: „Wir brauchen eine Schulung, wie wir mit ihnen in Kontakt treten können – da fehlt noch Handwerkszeug“, sagte Rottscholl. Es sei nicht einfach, mit den Traumata umzugehen, die diese Kinder erlebt hätten, ergänzte Kaffka-Brückner. Sie erzählte von einem Kind, das mitten im Spiel plötzlich anfing zu weinen – weil es an den erschossenen Onkel denken musste. Man habe die neue Schulassistentin in Klausdorf gleich in die Daz-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) geschickt, erzählte Schulleiterin Eick. Unter den Flüchtlingskindern herrsche große Not: „Wir verstehen sie nicht, und sie sind traumatisiert.“ Auf Dauer sei diese Verwendung aber nicht tragbar, denn die Schulassistenten seien im Sinne der Inklusion für alle zuständig.

Uwe Johanning rät, über mehr Angebote nachzudenken

Die Altenholzer Schulsozialarbeiterinnen legten im Ausschuss eine detaillierte Bilanz ihrer Arbeit vor. Uwe Johanning (SPD) empfahl, über größere Stundenkontingente und weitere Angebote nachzudenken: „Was wir jetzt nicht machen, wird uns sonst noch lange beschäftigen.“ ker